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Erster gemeinsamer IGS-Klimakongress in Langenhagen: Jugendliche entwickeln Ideen für den Umweltschutz

Gruppenergebnis: Schülerinnen und Schüler eines Workshops stellen in der KGS-Aula ihre Idee für eine nachhaltige Spendenaktion zugunsten des Umweltschutzes vor.

Gruppenergebnis: Schülerinnen und Schüler eines Workshops stellen in der KGS-Aula ihre Idee für eine nachhaltige Spendenaktion zugunsten des Umweltschutzes vor.

Langenhagen. Erfolgreiche Premiere für den ersten gemeinsamen Klimakongress der drei Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Langenhagen: Zwei Tage lang haben sich rund 80 Kinder und Jugendliche aus den drei Einrichtungen in schul- und jahrgangsübergreifenden Workshops mit den Folgen und Problemen der globalen Erderwärmung beschäftigt. Am Dienstag stellten die Schülerinnen und Schüler in der Aula der IGS Langenhagen die Ergebnisse ihrer Gruppenarbeiten vor – mit szenischen Aufführungen, digitalen Präsentationen und Stellwänden.

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„Ich werde jetzt bewusster und weniger verschwenderisch mit Leitungswasser umgehen“, zog die 15-jährige Mali bei der Projektpräsentation ihr persönliches Fazit. „Dürre Aussichten“ – so lautete der Titel des Workshops, an dem sie teilgenommen hatte. „Wir haben uns mit Ländern beschäftigt, in denen es nicht so viel Trinkwasser gibt wie bei uns“, berichtete sie. Experimente zur Veranschaulichung des Wasserkreislaufes seien hilfreich gewesen, die Zusammenhänge mit dem Klimawandel zu verstehen.

Spendenaktion für Schulen entwickelt

Der 14-jährige Kerim erläuterte das Ergebnis eines weiteren Workshops: „Wir haben eine Spendenaktion für Schulen entwickelt, bei der in Tonnen Pfandflaschen gesammelt werden, um mit den Erlösen Organisationen zu unterstützen, Plastikmüll aus den Meeren zu fischen“, sagte der Jugendliche.

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Rundgang: Auch Eltern und andere Gäste informieren sich an den Stellwänden über die Ergebnisse.

Rundgang: Auch Eltern und andere Gäste informieren sich an den Stellwänden über die Ergebnisse.

„Klimawandel – 5 vor 12?! – Welche Möglichkeiten haben wir noch?“ – so lautete der Titel des ersten gemeinsamen Kongresses der IGS Langenhagen, der IGS Süd und der Leibniz-IGS. Zuvor wurden einzelne Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme ausgesucht. „Aus allen Klassen der siebten bis zehnten Jahrgänge wurden vor dem Hintergrund der Talentförderung zwei besonders leistungsstarke und begabte Kinder für die Teilnahme ausgewählt“, berichtete die didaktische Leiterin der Leibniz-IGS, Carmen Mucha. Sie hatte den Klimakongress und insgesamt sieben Workshops gemeinsam mit ihren Kolleginnen Christina Herbers (IGS Süd) und Kerstin Bücken (IGS Langenhagen) federführend organisiert und begleitet. „Klimawandel ist das Thema, das uns zurzeit alle umtreibt“, sagte Mucha.

Im Mittelpunkt des Projektes stand auch der Klimaforscher und Naturfotograf Sven Achtermann aus Laatzen. Ihn hatten die Schulen für einen Impulsvortrag über die Folgen des Klimawandels engagiert. An seinen Auftritt schlossen sich die zweitägigen Workshops mit Ideenfindung an. „Ein Schulkongress als Denkfabrik ist großartig, weil die jungen Leute dann einen Blick über den Tellerrand werfen“, sagte Achtermann bei der Abschlusspräsentation.

Kongressleitung: Sven Achtermann, Carmen Mucha (Mitte) und Christina Herbers beantworten Fragen zu den Workshops.

Kongressleitung: Sven Achtermann, Carmen Mucha (Mitte) und Christina Herbers beantworten Fragen zu den Workshops.

Das Ausmaß der Umweltschäden machten die Teilnehmer eines Theaterworkshops mit szenischen Aufführungen deutlich: Die Darbietungen sollten den mehrheitlich gleichgültigen gesellschaftlichen Umgang mit den Folgen des Klimawandels verdeutlichen – wie etwa Niedrigwasser in Flüssen, Ozonloch, vertrocknete Agrarfelder, steigender Meeresspiegel und zunehmendes Gletschersterben.

Die 14-jährige Viviana teilte einen persönlichen Entschluss mit: „Ich werde jetzt darauf achten, regionale Lebensmittel zu kaufen, um den unnötigen Schadstoffausstoß zu vermeiden, der bei Transporten aus entfernteren Gebieten entsteht.“ Zur Präsentation waren auch interessierte Eltern gekommen: „Ich finde es toll, wenn die Schüler lernen, dass sie ihre Umwelt beschützen müssen“, sagte die Mutter Branka Gusic.

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Bürgermeister äußert sich selbstkritisch

Zu Wort kamen auch Mitglieder aus dem Rat der Stadt Langenhagen, Führungskräfte der Stadtverwaltung, Vertreter aus dem Schüler- und Eltenrat sowie dem Jugendparlament. Sie bezogen in einem Podiumsgespräch Stellung zu den Kongressergebnissen. Bürgermeister Mirko Heuer lieferte schon in seinem ersten Wortbeitrag ein selbstkritisches Fazit: "Weil wir Älteren es nicht auf die Reihe bekommen haben, die Umwelt zu schützen, sind wir hier: um das mitzunehmen, was ihr erarbeitet habt und dann für eure künftige Welt das Richtige zu tun."

Talkrunde: Teilnehmer eines Podiumsgespräches setzen sich mit den Ergebnissen des Kongresses auseinander.

Talkrunde: Teilnehmer eines Podiumsgespräches setzen sich mit den Ergebnissen des Kongresses auseinander.

Heuer nannte aber auch eine ganze Reihe von Maßnahmen, die von der Stadt bereits bedacht werden, um dem Klimawandel zu begegnen. "Fotovoltaikprojekte, neue Blühstreifen für Insekten – bis zum Jahr 2030 will sich die Stadt nur noch CO2-neutral mit Energie versorgen." Es seien jedoch auch Ressourcen wie Geld und zusätzliches Personal notwendig, um möglichst viele politische Ideen umzusetzen, gab Heuer zu bedenken.

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Für Pädagogin Mucha war der erste gemeinsame IGS-Kongress eine „Initialzündung“ für regelmäßige Neuauflagen zu jeweils aktuellen Themen. „Damit sich die Gesamtschulen noch besser vernetzen und gegenseitig befruchten“, sagte sie.

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