Sachspenden erbeten

Langenhagener Gastronom organisiert Hilfstransport für ukrainische Flüchtlinge

Angelique Schmitt (links) und Carmen Peldszus sitzen inmitten der bereits abgegebenen Spenden.

Angelique Schmitt (links) und Carmen Peldszus sitzen inmitten der bereits abgegebenen Spenden.

Engelbostel. Gastronom Frederick Schäfer von der Rodizio Holding hat zusammen mit seinen Mitarbeitenden am Standort Langenhagen-Engelbostel eine spontane Spendenaktion zugunsten der Kriegsopfer aus der Ukraine gestartet. Üblicherweise fahren Schäfers Transporter und Lastwagen ohne Ladung ins polnische Breslau und nehmen dann die dort produzierten Waren auf, um sie an die deutschen Standorte von Rodizio zu liefern.

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„Derzeit kann man die freie Ladefläche doch sinnvoll für den Transport von Sachspenden nutzen“, sagt Schäfer. Deshalb bat er alle, die ihn kennen, um Hilfsgüter. Seine polnischen und ukrainischen Mitarbeitenden in Breslau kennen sich mit den Gegebenheiten vor Ort gut aus. Schäfer erhält Informationen aus erster Hand und weiß, dass Hilfe dringend benötigt wird.

Spenden werden nach Breslau gebracht

Am Dienstag will er ein Auffanglager für Geflüchtete in Breslau beliefern. Dort sind Frauen und Kinder aus der Ukraine untergekommen, weitere werden erwartet. „Das Echo und die Großzügigkeit sind jetzt schon enorm“, sagt Schäfer sichtlich berührt. In seinem Whatsapp-Status postet er regelmäßig Fotos von der wachsenden Zahl an Säcken und Kartons, die sich in seinem Restaurant an der Nürnberger Straße 16 stapeln.

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Sachspenden für Kriegsflüchtlinge, die im Restaurant abgegeben werden, transportiert Gastronom Frederick Schäfer kostenlos nach Breslau.

Sachspenden für Kriegsflüchtlinge, die im Restaurant abgegeben werden, transportiert Gastronom Frederick Schäfer kostenlos nach Breslau.

„Kurzfristig brauchen wir ein paar Helfer, die beim Sortieren helfen. Wer kann heute um 14 Uhr?“, fragte der Gastro-Unternehmer in der Nacht zu Sonntag in die Runde seiner Kontakte und erhielt umgehend Antwort von Freiwilligen, die zum Lokal kommen wollten. „Keiner will tatenlos zusehen. Die Menschen wollen sich lieber engagieren und humanitäre Erste Hilfe leisten“, sagt Schäfer. Geldspenden werden allerdings nicht entgegengenommen, „weil sich die Leute dafür derzeit gar nichts kaufen können“, wie Schäfer von seinen Mitarbeitenden erfahren hat, die Kontakte in Gebiete an der ukrainischen Westfront haben.

Auffanglager in Breslau versorgt Frauen und Kinder

Für das Auffanglager in Breslau sind Sachspenden wie warme Bekleidung für Kinder, Jugendliche und Frauen sinnvoll. Außerdem werden Bettwäsche, Windeln, Flaschen, Nuckel, Kinderspielzeug, Medikamente und Desinfektionsmittel benötigt. „Das will ich gar nicht zu konkret vorgeben. Das kann sich jeder denken, was jetzt besonders nötig sein wird“, sagt Schäfer.

Gastronom Frederick Schäfer organisiert den Spendentransport für die geflüchteten Ukrainer.

Gastronom Frederick Schäfer organisiert den Spendentransport für die geflüchteten Ukrainer.

Auch die westukrainische Pfadfinderorganisation Riwne nimmt auf polnischer Seite der Grenze Spenden von Schäfers Transporteuren entgegen. Die Riwne-Pfadfinder versorgen derzeit vor allem Männer. Es werden Thermo-Unterwäsche, Isomatten, Schlafsäcke, Schals, Mützen, Jacken, Handschuhe, Schmerzmittel, Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel benötigt. Außerdem sind Instant-Gerichte wie Kartoffelbrei und Suppen gefragt.

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Auch Instant-Kaffee und -Tee, Konserven mit Dosensuppen und ähnlich leicht zu erwärmenden und nahrhafte Speisen helfen den Menschen. „Bekannte und Geschäftspartner zahlen den Extra-Transport an die Grenze, verschenken Gutscheine an die Fahrer und übernehmen die Spritkosten“, berichtet Schäfer von weiteren spontanen Unterstützern wie der Eventagentur Pohlposition, einem Tattoo-Studio und dem Herrenausstatter Motzigkeit.

Viele Menschen haben bereits gespendet.

Viele Menschen haben bereits gespendet.

Bis Montag um 20 Uhr können Sachspenden abgegeben werden

Am Sonntag, 27. Februar, können noch bis 20 Uhr Spenden im Rodizio-Baumhaus abgegeben werden. Auch am Montag, 28. Februar, werden von 12 bis 20 Uhr an der Nürnberger Straße 16 Spenden entgegengenommen. Dann startet der Transport.

„Es wird nicht der Letzte bleiben“, sagt Schäfer und bedankt sich schon jetzt bei allen Unterstützern für ihre Schnelligkeit und Großzügigkeit. Eine ganz persönliche Bitte hat Gastronom Schäfer noch: Im Restaurant sollte man nur für Tischreservierungen anrufen und ansonsten selbst entscheiden, welche Spende man in dieser akuten Notlage für die Kriegsopfer aus der Ukraine für sinnvoll erachte. Über die sozialen Medien will er über den Fortgang der Aktion informieren.

Von Patricia Chadde

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