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Langenhagen

Leichte Entspannung beim Elterngeld

Die Bearbeitung der Elterngeld-Anträge dauert in Langenhagen mehrere Monate.

Die Bearbeitung der Elterngeld-Anträge dauert in Langenhagen mehrere Monate.

Langenhagen. Wer in Langenhagen einen Antrag auf Elterngeld gestellt hat, muss aktuell noch 12 Wochen auf die Bearbeitung warten. "Wir haben die zwischenzeitliche Spitze von bis zu 17 Wochen glücklicherweise abbauen können", berichtete Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung. Glücklich ist sie darüber noch nicht. Gleichwohl sehe sie derzeit kaum eine andere Chance, um die zum Teil außerordentlich prekäre Situation für die Betroffenen zu entschärfen. "Eine Mitarbeiterin ist jetzt nach Krankheit wieder am Platz, eine andere Stelle konnten wir jetzt ausschreiben", sagte Gotzes. Doch bis diese neue Kraft tatsächlich eingesetzt werden könne, würden voraussichtlich weitere Wochen vergehen.

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„Wir erleben in diesem Bereich wie an vielen anderen Stellen in der Verwaltung einen eklatanten Fachkräftemangel“, betonte Gotzes-Karrasch. Die Hälfte aller Bewerber bei vorangegangenen Ausschreibungen habe in der Vergangenheit abgesagt, weil sie bis zu einer Zusage aus Langenhagen bereits an anderer Stelle eine neue Anstellung gefunden hätten, ergänzte Sibylle Langrehr, Teamleiterin für Beistandschaften und Unterhaltsvorschuss, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Andere Kommunen können nur begrenzt helfen

Die Stadt habe überdies alle zwischenzeitlich öffentlich genannten Hilfsmöglichkeiten abgefragt: „Als wir hörten, Neustadt am Rübenberge habe nur eine Bearbeitungsfrist von zwei Wochen, haben wir natürlich sofort um Hilfe gebeten“, sagte Gotzes-Karrasch. Dabei habe sich leider herausgestellt, dass auch dort inzwischen eine Kraft erkrankt sei, eine Mithilfe scheide daher aus. „Wir sind mit Gehrden im Gespräch, weil die Kollegen vielleicht eine Kraft zur Unterstützung schicken können“, sagte Langrehr. Auch Seelze und Isernhagen hätten Hilfe angeboten: „Wir können vielleicht unsere neuen Kräfte zur ersten Einarbeitung dorthin schicken“, sagte Langrehr. Vorausgesetzt, man finde überhaupt jemanden.

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Gotzes-Karrasch nennt es „die Schraube nach unten“: „Es wirkt nach außen natürlich nicht attraktiv auf Bewerber, wenn die schon genau wissen, dass sie hier dann gleich derart eingespannt werden.“ Diese Belastung mache sich auch hausintern bemerkbar – und nicht nur beim Elterngeld. „Auch in der Personalabteilung ist das zu beobachten: Die Belastung steigt, der Kranksheitsgrad ebenfalls und entsprechend viele Mitarbeiter haben Interesse, die Stadt zu wechseln.“ Gleichwohl genieße die Neuanstellung für das Elterngeld in der Personalabteilung Priorität, sagte Langrehr.

Veränderte Arbeitswelt macht Bearbeitung kompliziert

Auch verwaltungsintern greifen sich die Kollegen unter die Arme, um die eigentlichen Sachbearbeiter zu unterstützen. „Wer aber nicht eingearbeitet ist, kann dann bestenfalls organisatorisch helfen“, betonte Langrehr. Die deutlich angestiegene Bearbeitungs- und daraus resultierende Wartezeit bei den Elterngeldanträgen führt Langrehr vor allem auf die zunehmende Komplexität zurück. „Die Arbeitswelt hat sich spürbar verändert. Wir haben viel mehr Antragsteller, die selbständig sind oder gleich mehrere Arbeitgeber mit zum Teil monatlich unterschiedlich hohen Einkünften.“ Früher sei eine Beratungszeit von 15 Minuten üblich gewesen, sagte Langrehr. „Heute machen wir nach zwei Stunden einen Cut.“

Info: Der Finanzausschuss hat für seine Sitzung am Dienstag, 30. Oktober, 17.45 Uhr, Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch eingeladen, um sich von der aktuellen Situation berichten zu lassen.

Von Rebekka Neander

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