Langenhagen

Rehe auf dem Friedhof Grenzheide: Stadt Langenhagen will gemeinsam mit Peta nach Lösungen suchen

Das hat nicht geholfen: Der Bitte am Haupteingang des Friedhofs Grenzheide, das Tor geschlossen zu halten, wird nicht von allen Besuchern entsprochen.

Das hat nicht geholfen: Der Bitte am Haupteingang des Friedhofs Grenzheide, das Tor geschlossen zu halten, wird nicht von allen Besuchern entsprochen.

Langenhagen. Das Vorhaben der Stadt Langenhagen, auf dem Friedhof Grenzheide Rehe zu bejagen, hat zu vielen empörten Reaktion in der Bevölkerung geführt. Am Ende ruderte die Verwaltung zurück, und gab einen Tag vor dem geplanten Jagdeinsatz lapidar bekannt, dass die Maßnahme abgesagt worden sei. Warum dieser kurzfristige Rückzieher?

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„Die Stadt hat verschiedene Schreiben zu diesem Thema erhalten“, sagt Stadtsprecherin Juliane Stahl. Darunter auch einen Brief von der Tierrechtsorganisation Peta an Bürgermeister Mirko Heuer (CDU). Auch die Tierschützer berichten von Appellen mehrerer Bürgerinnen und Bürger, die die Organisation aufgefordert hatten, sich einzuschalten und etwas zu unternehmen.

Die Stadt werde mit Peta Kontakt aufnehmen, um zu erörtern, ob es andere Maßnahmen zum Schutz der Grabbepflanzung und Jungbäume auf dem Friedhof geben könnte als jene, die bereits umgesetzt seien, versicherte nun die Stadtsprecherin. Hinterbliebene hatten sich zuvor über die von Rehen angeknabberten Pflanzen beschwert.

„Mildere Mittel müssen ausgeschöpft sein“

Peta berief sich in der Kritik an dem Vorhaben vor allem auf Pietätsgründe: „Rehe auf einem Friedhof zu töten, nur weil sie Grabschmuck von verstorbenen Menschen verzehren, ist dagegen makaber und zeugt von einem rücksichtslosen Umgang mit der Schöpfung“, steht in dem Schreiben. Die Organisation verweist auch auf das Tierschutzgesetz, das einen „vernünftigen Grund“ für eine Tötung von Tieren zwingend vorschreibe. „Deshalb müssten mildere Mittel gänzlich ausgeschöpft sein.“ Mit der Ankündigung einer rechtlichen Überprüfung durch unabhängige Behörden drohte die Organisation auch mit juristischen Konsequenzen.

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Stadt will Experten aus Berlin kontaktieren

Dann schlägt Peta vor, dass Langenhagen sich mit dem Wildtierbeauftragten der Senatsverwaltung Berlin, Derk Ehlert, in Verbindung setzen sollte. „Berlin hat ein sehr nachhaltiges Wildtiermanagement, an dem sich andere Städte ein Beispiel nehmen können“, schreibt die Organisation in dem Brief. Ein Vorschlag, den die Stadt aufgreifen will. „Wir planen, diesen Wildtierbeauftragten zu kontaktieren“, sagt Sprecherin Stahl. Sollte dieser Austausch wider Erwarten zu keinen praktikablen Lösungen führen, müsste die Stadt weitere Möglichkeiten erörtern. Ob dann eventuell wieder die Option einer Bejagung auf den Tisch kommen könnte, konnte die Sprecherin nicht sagen. Sehr wahrscheinlich erscheint dies angesichts des dann erneut zu erwartenden Proteststurms indes nicht.

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