Langenhagen

Seniorenbeirat will nicht wieder antreten

Treten unter den neuen Bedingungen nicht wieder an: Dieter Palm (von links), Rosemarie Bahrke, Bärbel Reinhard, Wilfried Ohlendorf und Christa Röder.

Treten unter den neuen Bedingungen nicht wieder an: Dieter Palm (von links), Rosemarie Bahrke, Bärbel Reinhard, Wilfried Ohlendorf und Christa Röder.

Langenhagen. Vom amtierenden Seniorenbeirat wird sich niemand als Kandidat für die Neuwahl zur Verfügung stellen. Als Reaktion auf den Ratsbeschluss, das Gremium im Januar 2019 nur noch durch Delegierte von Vereinen und Verbänden bestellen zu lassen, haben auch jene fünf Mitglieder ihre Kandidatur zurückgezogen, die eigentlich wieder antreten wollten. Von insgesamt sieben neuen Kandidaten haben laut Röder bislang drei ebenfalls einen Rückzieher gemacht. Wie vereinbart, wird das amtierende Gremium bis zum 31. Oktober im Amt bleiben. Bis zum 18. Januar, so der Ratsbeschluss von Montag, wird sich die Stadtverwaltung nun um die Organisation der Neuwahl kümmern.

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Auslöser für den Rückzug der bisherigen Mitstreiter ist der Ratsbeschluss, in dem der Wunsch des Seniorenbeirates nach einer Urwahl durch alle über 60-Jährigen Langenhagener lediglich die Unterstützung von Felicitas Weck (Linke), Andreas Eilers (WAL), Horst-Dieter Soltau und Ute Biehlmann-Sprung (beide CDU) erfahren hatte. Der Rest des Rates schloss sich dem Vorschlag einer interfraktionellen Gruppe an, das Gremium von Delegierten wählen zu lassen. Diese sollen gemäß der neuen Wahlordnung durch darin genannte 42 Vereine und Verbände gestellt werden. Um auch Heimbewohnern eine Stimme zu geben, wie Christa Röder als aktuelle Beiratsvorsitzende immer gefordert hatte, dürfen auch Heimbeiräte jetzt Delegierte schicken. Alle Gruppierungen können auch Kandidaten vorschlagen. Überdies dürfen weiterhin Einzelkandidaten, die ausreichend Unterstützer-Unterschriften sammeln, antreten.

Gremium fühlt sich von Politik nicht gehört

Warum genau im Mai das bereits angelaufene Verfahren per Briefwahl mangels Kandidaten nicht nur gestoppt, sondern nun dauerhaft nicht wieder aufgelegt werden soll, hat sich dem verbliebenen Gremium bis heute nicht erschlossen. Weder in zwei von Elke Zach (SPD) federführend einberufenen Beratungsrunden mit einer interfraktionellen Runde, noch in der Ratssitzung sei ihnen dies schlussendlich erläutert worden. Dass der Seniorenbeirat die von „der Politik ausgestreckte Hand“ nicht ergriffen habe, wie CDU-Fraktionschef Reinhard Grabowsky in der Sitzung klagte, wies Beiratsmitglied Dieter Palm im Gespräch mit dieser Zeitung vehement zurück. Eine solche Geste habe es nie gegeben. „Die Politik traf sich bei ersten Mal um 18 Uhr, wir durften um 19 Uhr dazu kommen und erfahren, was bereits beschlossen worden war“, fasste Röder auf Nachfrage zusammen.

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Palm hat seine Frustration über dieses Gebahren in einem Brief an Bürgermeister Mirko Heuer auf den Punkt gebracht: „Ein Stadtrat, der Demokratie so versteht, dass man nur mit genehmen Kollegen Gespräche führt“, sei nicht seine Welt. Dies wolle er auch allen anderen Senioren mitteilen können. „Was ist in Langenhagen meine Stimme wert, wenn sie nach Gutsherrenart manipuliert werden kann wie bei der Wahl zum Seniorenbeirat geschehen?“ Palm zieht in diesem Brief zudem sein weiteren Engagement rund um die Schlichtwohnungen am Harkenkamp zurück. An der städtischen Ehrenamtsgala werde er auch nicht teilnehmen.

Von Rebekka Neander

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