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Lehrte

Auch in Steinwedel trocknet Klärschlamm bald in Schilfbeeten

Spatenstich: Stefan Ahrens (Eko-Plant), Björn Sommerburg (Stadtwerke), Bürgermeister Klaus Sidortschuk und Stadtbaurat Christian Bollwein starten in Steinwedel den Bau der neuen Vererdungsanlage.

Spatenstich: Stefan Ahrens (Eko-Plant), Björn Sommerburg (Stadtwerke), Bürgermeister Klaus Sidortschuk und Stadtbaurat Christian Bollwein starten in Steinwedel den Bau der neuen Vererdungsanlage.

Steinwedel. Den Bau von weiteren Vererdungsanlagen für Klärschlamm hat Bürgermeister Klaus Sidortschuk am Montag zusammen mit Stadtwerke-Chef Björn Sommerburg und Stefan Ahrens, Geschäftsführer der Firma Eko-Plant, an der Zentralkläranlage in Steinwedel gestartet. Innerhalb von sechs Monaten sollen in Steinwedel und Hämelerwald Anlagen entstehen, die den Klärschlamm veredeln. Die Anlage an der Ramhorster Straße in Steinwedel umfasst rund 36.000 Quadratmeter und soll jährlich bis zu 40.100 Kubikmeter Schlamm aufnehmen. Die zweite Anlage in Hämelerwald hat eine Fläche von 10.550 Quadratmetern und fasst bis zu 8.000 Kubikmeter Klärschlamm pro Jahr.

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In Steinwedel entstehen Beete mit 70.000 Schilfpflanzen

Bei der Anlage in Steinwedel strömt dann künftig der Schlamm vollautomatisch gesteuert durch ein System aus Rohrleitungen, Pumpen und Schiebern auf sieben, mit rund 70.000 Schilfpflanzen bestandene Beete. In Hämelerwald sind drei solcher Beete vorgesehen, in denen 15.000 Schilfpflanzen wachsen sollen.

Auf mehr als 36.000 Quadratmetern Fläche entstehen an der Ramhorster Straße sogenannte Vererdungsbeete mit Schilfpflanzen.

Auf mehr als 36.000 Quadratmetern Fläche entstehen an der Ramhorster Straße sogenannte Vererdungsbeete mit Schilfpflanzen.

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Ahrens erklärte, wie die Vererdung funktioniert: Demnach wird der Schlamm in den Beeten von Schilfpflanzen und Mikroorganismen nach und nach mineralisiert. Der Schlamm sei durch Folien vom Boden getrennt, sodass er nicht ins Grundwasser sickern könne. Mit der Zeit wachse das Schilf und vergrößere seine Blattfläche. Dadurch könne zusätzliches Wasser verdunsten. „In den Beeten bleibt nach acht bis zwölf Jahren eine vergleichsweise kleine Menge an Klärschlammerde“, erklärte Ahrens. Sie könne später als organisches Düngemittel in der Landwirtschaft verwertet werden.

In den vier Kläranlagen der Lehrter Stadtwerke fallen jährlich rund 6.000 Tonnen Klärschlamm an. Bislang wurde der Schlamm aufwendig von Ahlten, Sievershausen und Hämelerwald zur Zentralkläranlage nach Steinwedel gebracht und maschinell entwässert. Die Kosten seien gestiegen – auch deshalb habe sich die Stadt früh für die Umstellung auf die Klärschlammvererdung entschieden, erklärte Bürgermeister Sidortschuk.

Für die Stadt hat die Firma Eko-Plant bereits zwei solcher Anlagen errichtet. Die Anlage in Sievershausen ist bereits in Betrieb, die in Ahlten geht in der nächsten Woche an den Start. Die Stadt investiert in die vier Anlagen 4,5 Millionen Euro. "Wir hatten Glück, dass wir Grundstücke in unmittelbarer Nähe der Kläranlagen erwerben konnten", so Sidortschuk. Das sei aber gut investiertes Geld, erklärte er beim Spatenstich am Montagnachmittag. Landwirte dürften unbehandelten Klärschlamm bald nicht mehr wie bisher auf ihre Felder bringen, deshalb habe man nach Alternativen suchen müssen.

Vererdung ist wirtschaftlich und ökologisch

Langfristig gebe es zwei Möglichkeiten, den Schlamm loszuwerden: Entweder könne man den nassen Klärschlamm verbrennen oder ihn vererden, erklärte Sidortschuk. Man habe sich für letztere Methode entschieden, weil diese am wirtschaftlichsten und ökologischsten sei. Zudem lasse sich der Ausstoß von CO2 um ein Vielfaches verringern, da hauptsächlich mit natürlichen Prozessen gearbeitet werde, betonte Ahrens: „Hier wurde ein uraltes System dem Zeitgeist angepasst.“ Stadtwerke-Chef Björn Sommerburg, der auch Betriebsleiter der Lehrter Stadtentwässerung ist, betonte, dass die neuen Anlagen nicht geruchsbelästigend seien.

Von Patricia Oswald-Kipper

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