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Lehrte

IGS startet Inklusionsprojekt zum Berufsstart

Das Projekt kann beginnen: Schüler sowie Vertreter der beteiligten Firmen und Institutionen treffen sich vor der IGS in Hämelerwald.

Das Projekt kann beginnen: Schüler sowie Vertreter der beteiligten Firmen und Institutionen treffen sich vor der IGS in Hämelerwald.

Hämelerwald.Marie, Lara, Mathis und Felix sind Pioniere in einer völlig neuen Sache: Die vier Neuntklässler dürfen als Erste an einem soeben gestarteten Projekt ihrer Schule, der IGS in Hämelerwald, teilnehmen. Es trägt den Titel „Von der Schule in den Beruf“ und kann, wenn alles gut läuft, dem Quartett den Weg in einen Beruf wesentlich erleichtern.

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Denn alle vier sind Inklusionsschüler. Das bedeutet, sie brauchen in der Schule sonderpädagogische Unterstützung und haben es später bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle möglicherweise schwerer als ihre Alterskameraden. Das neue Projekt soll ihnen nun Türen öffen, die bisher verschlossen blieben.

Dabei machen vier Partnerbetriebe mit: das Tierheim in Burgdorf, die Firma Miele in Lehrte, die Lehrter Engel-Apotheke und die evangelische Kita Steinwedel. Sie nehmen jeweils einen der Schüler unter ihre Fittiche und gewähren ihm in diesem Schulhalbjahr sowie in Jahrgang 10 an ein bis zwei Tagen pro Woche Einblick in die Arbeitspraxis. Das Ganze ist vertraglich abgesichert und nach Ansicht von IGS-Leiter Bernhard Mellentin ein beispielhaftes Projekt zur Ausbildungsförderung und Inklusion.

Lara zum Beispiel darf seit Anfang Februar in der Steinwedeler Kita helfen. Dort hat sie auch schon ihr Praktikum gemacht und ist laut Kita-Chefin Antje Rosenberg im Job „regelrecht aufgeblüht“ und mit voller Begeisterung bei der Sache. Angesichts des Personalmangels bei Sozialassistentinnen und Erzieherinnen tun sich Lara nun Berufschancen auf, die sie ohne das Projekt kaum hätte.

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Mathis darf nun in das Großunternehmen Miele reinschnuppern. Er ist zwar erst seit ein paar Wochen dabei, hat aber mittlerweile einen klaren Berufswunsch. Mechatroniker will der 16-Jährige werden und gibt sich selbstbewusst. „Ich hoffe, dass ich ein gutes Bild bei Miele mache. Dann kann ich mich dort auch bewerben“, sagt Mathis.

Eines zeichnet alle vier Schüler aus. Sie seien für die Teilnahme an dem Projekt ausgewählt worden, weil sie „strebsam, belastbar, fleißig und zielorientiert sind“, betont IGS-Schulleiter Bernhard Mellentin. All das müssen sie auch sein. Denn neben den Praxistagen müssen Marie, Lara, Felix und Mathis auch noch ihren kompletten schulischen Lehrstoff bewältigen.

Mellentin sprach den vier an dem Projekt beteiligten Firmen und Gruppen am Dienstagvormittag bei einer symbolischen Vertragsunterzeichnung eine „Leuchtturmfuktion“ zu und dankte ihnen ausdrücklich. Auch in der Schule selbst habe er schnell Unterstützung für das Projekt bekommen, das nun der Koordinator für den Förderbereich, Marcel Kühn, und Fachbereichsleiterin Sonka von Goens steuern. Perspektivisch wolle man das Projekt auch gern ausweiten, sagte Mellentin. Zurzeit scheitere das aber an fehlenden personellen und finanziellen Kapazitäten. Der Schulleiter betonte, dass die Inklusion eine gesetzlich verbriefte gesellschaftliche Aufgabe sei. In den Schulen funktioniere sie aber noch nicht gut, „weil uns die Ressourcen fehlen“.

Von Achim Gückel

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