Lehrte

Klärschlamm trocknet bald in Schilfbeeten

Symbolischer Akt (von links): Stefan Ahrens von Eko-Plant, Lehrtes Stadtbaurat Christian Bollwein, Rainer Eberth und Thomas Olbricht von den Stadtwerken sowie Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk setzen den ersten Spatenstich für die neue Anlage.

Symbolischer Akt (von links): Stefan Ahrens von Eko-Plant, Lehrtes Stadtbaurat Christian Bollwein, Rainer Eberth und Thomas Olbricht von den Stadtwerken sowie Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk setzen den ersten Spatenstich für die neue Anlage.

Sievershausen. Die Stadt geht bei der Entsorgung ihres Klärschlamms neue Wege: In Ahlten und Sievershausen entstehen derzeit sogenannte Klärschlammvererdungsanlagen. Sie sollen künftig mit Hilfe von Schilfpflanzen den Schlamm entwässern, der bei der Abwasserreinigung anfällt. Zwei weitere Anlagen sind bei Lehrte und Hämelerwald geplant, ihr Bau beginnt 2019.

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Jetzt haben Vertreter der Stadt Lehrte, der Stadtwerke und der mit der Planung, dem Bau und der Betreuung beauftragten Firma Eko-Plant auf der Baustellen in Sievershausen offiziell den ersten Spatenstich gesetzt. Die eigentlichen Bauarbeiten hatten dort allerdings schon vor einiger Zeit begonnen. Noch sind auf der Baustelle viel Erde und Folie zu sehen. Die aufgeschütteten Wälle werden jedoch bald begrünt, heißt es. „In ihrer Mitte werden die Schilfbeete in Form von Erdbecken angelegt, auf denen später der Schlamm trocknet“, erklärte Eko-Plant-Geschäftsführer Stefan Ahrens.

Mit dem neuen Verfahren kann die Stadt Kosten und Energie sparen und kommt künftig zudem ohne chemische Hilfsmittel aus. In den vier Kläranlagen der Stadtwerke fallen jährlich etwa 6000 Tonnen Klärschlamm an. Bisher wurde der Klärschlamm aus den Ortsteilen stets in das Zentralklärwerk in Steinwedel transportiert. Dort trennten Zentrifugen flüssige und feste Stoffe voneinander. Der Restschlamm wurde gegen Gebühr als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen verteilt. „Die Kosten dafür steigen jedoch kontinuierlich“, erklärt Stadtwerke-Chef Rainer Eberth.

Mit der Umstellung auf die Vererdungsanlagen können die Kosten jedoch erheblich reduziert werden, da die zu verwertende Menge sehr viel niedriger als bei anderen Verfahren ist. „Darüber hinaus lassen sich der Energieverbrauch und der Ausstoß von Kohlendioxid verringern, so dass das neue Verfahren auch viel umweltschonender ist“, betonte Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Die Umstellung ist für Lehrte auch deshalb die wirtschaftlichste Variante, weil die Zentrifugen in den alten Kläranlagen mittlerweile in die Jahre gekommen sind und irgendwann für viel Geld ausgetauschte werden müssten.

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Noch ist bei der neuen Kläranlage viel Erde und Folie zu sehen, schon bald werden die Wälle jedoch begrünt - in der Mitte entstehen die Schilfbeete

Noch ist bei der neuen Kläranlage viel Erde und Folie zu sehen, schon bald werden die Wälle jedoch begrünt - in der Mitte entstehen die Schilfbeete.

Bei dem neuen Verfahren werden die Vererdungsbeete über Rohrleitungen mit den bisherigen Kläranlagen verbunden. Der Klärschlamm strömt dann vollautomatisch gesteuert auf Beete, auf denen Anfang 2019 insgesamt 110.000 Schilfpflanzen angepflanzt werden. In Sievershausen sind es zwei, in Ahlten und Hämelerwald jeweils drei und auf der Lehrter Zentralkläranlage bei Steinwedel sieben Beete. Auf den Schilfbeeten wird das Wasser aus dem Schlamm verdunsten. Zurück bleibt eine kleine Menge Klärschlammerde, die sich als organisches Düngemittel in der Landwirtschaft verwerten lässt. Die ersten Beete können laut Ahrens nach acht bis zehn Jahren geräumt werden.

Die in Sievershausen ist die kleinste der vier neuen Anlagen. Sie wird etwa 6300 Quadratmeter groß und nimmt jährlich bis zu 4600 Kubikmeter Klärschlamm auf. Insgesamt investiert die Stadt in alle vier neuen Anlagen rund 4,5 Millionen Euro, allein für Sievershausen sind es 580.000 Euro.

Von Katja Eggers

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