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Lehrte

Messungen ergeben zu viel Nitrat in Brunnen

Lina Remme und Harald Gülzow untersuchen eine Wasserprobe im Labormobil.

Lina Remme und Harald Gülzow untersuchen eine Wasserprobe im Labormobil.

Lehrte.Die Nitratwerte in Lehrtes Brunnen sind viel zu hoch. Das haben die Messungen des Vereins VSR-Gewässerschutz ergeben. Projektleiter Harald Gülzow und Lina Remme, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst, hatten am 1. August in ihrem Labormobil vor dem Citycenter 99 Brunnenwasserproben aus privaten Gärten im Raum Lehrte, Sehnde und Burgdorf entgegengenommen. In jeder zwölften untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des zulässigen Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.

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Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden in einer Wasserprobe aus einem privat genutzten Brunnen in Lehrte 90 Milligramm Nitrat pro Liter. Eine Probe aus dem Bereich Ramhorst wies sogar 125 Milligramm pro Liter auf. In einem Brunnen in Immensen lag der Wert bei 85 Milligramm. Das Wasser sei derart belastet, dass es sich nicht mehr zum Trinken eignet ist, sagen die Experten. Der artiges Wasser sollte auch nicht zum Befüllen eines Fischteiches genutzt werden, da die Gefahr besteht, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbenen Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Nitratbelastetes Grundwasser sorgt außerdem beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung. Es besteht die Gefahr der Überdüngung und einer Nitratanreicherung im Gemüse.

Harald Gülzow nimmt Wasserproben entgegen

Harald Gülzow nimmt Wasserproben entgegen

„Ein Grund für die hohen Nitratwerte im Grundwasser ist die intensive Landwirtschaft“, meint Gülzow. Die Belastung habe sich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig sei die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau mit seinen deutlich strengeren Düngevorschriften – jedoch kaum gewachsen.

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Nach Gülzows Ansicht ist es jedoch dringend an der Zeit, dass der ökologische Landbau stärker gefördert wird. „Viele ökologische Betriebe würden gerne wachsen, bekommen aber keine weiteren landwirtschaftliche Flächen“, erklärt der Diplom-Physiker. Gemeinden, Kreise und Kirchengemeinden können diese Betriebe jedoch unterstützen und ihnen ihre landwirtschaftlichen Flächen verpachten. „Der Gartenbesitzer kann sich dann über eine geringere Nitratbelastung seines Brunnenwassers freuen und wieder Brunnenwasser statt kostbares Leitungswasser nutzen“, sagt Gülzow.

Wer wissen möchte, ob sein Brunnenwasser ebenfalls von der hohen Nitratbelastung betroffen ist, kann dem Verein eine Wasserprobe mit der Post zusenden. Informationen gibt es im Internet auf der Seite .

Von Katja Eggers

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