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Lehrte

Streit über Träger für neue Kita

In der Nachbarschaft befindet sich schon der Mittagstreff Lehrte-Süd: Auf dieser Fläche hinter der Berthold-Otto-Schule könnte Lehrtes Familienzentrum entstehen.

In der Nachbarschaft befindet sich schon der Mittagstreff Lehrte-Süd: Auf dieser Fläche hinter der Berthold-Otto-Schule könnte Lehrtes Familienzentrum entstehen.

Lehrte.Der Antrag der SPD-Fraktion und der Gruppe Grüne und Linke, die Stadt Lehrte als Träger für die neu geplante Kita mit angeschlossenem Familienzentrum zu verpflichten, hat am Montag im Jugendhilfeausschuss für Diskussionen gesorgt.

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„Es ist in Lehrte die erste Kita mit einem Familienzentrum. So eine Einrichtung sollte von der Stadt betrieben werden“, begründete Ratsherr Ekkehard Bock-Wegener (SPD) den Antrag. Die Leitungen der beiden Einrichtungen müssten zudem in einer Hand sein, um Synergien nutzen zu können. Eine Trägerschaft durch die Stadt stelle das sicher. Zudem könne das Bauvorhaben so schneller umgesetzt werden, die dringend benötigten Kita- und Krippenplätze seien damit schneller verfügbar. Schließlich müsse man die Trägerschaft nicht ausschreiben, das spare einen Schritt im Verfahren, sagte Bock-Wegener.

Die Stadt will die fünfgruppige Kita mit Familienzentrum schnell auf den Weg bringen und hat dazu eine Beschlussvorlage erarbeitet, die das Verfahren jetzt in Gang setzen soll. Die beiden Einrichtungen sollen am Südring auf dem Gelände des Schulhofs der früheren Berthold-Otto-Schule entstehen. Die Stadt plant dort zwei Krippengruppen mit 25 Plätzen, davon eine Integrationsgruppe mit 10 Plätzen, dazu zwei Kindergartengruppen mit je 25 Plätzen sowie eine integrative Kindergartengruppe mit 14 Plätzen. In der Vorlage zu dem Thema empfiehlt die Stadt die Suche eines Trägers der beiden Einrichtungen per Ausschreibung. Die Auswahl soll später der Jugendhilfeausschuss treffen. Mit einer Fertigstellung der Kita samt Familienzentrum sei bei dem Verfahren nicht vor 2022 zu rechnen, sagte Fachdienstleiter Markus Lechelt am Montag.

André Tepper (SPD) warb für die Stadt Lehrte als Träger: Für die bisherigen Kitas gebe es bereits unterschiedliche Träger, man stelle also die geforderte Angebotsvielfalt sicher. Die gebe es jedoch nicht bei den Krippenplätzen. Da sei die Stadt mit deutlich weniger Plätzen repräsentiert, die meisten Plätze seien aktuell in privater Trägerschaft. „Bei Krippenplätzen haben die Eltern in Lehrte wenig Auswahl“, meinte Tepper. Wilhelm Busch (CDU) fand es wichtig, „nicht zu viele Angebote zu erzeugen.“ Annette Sturm-Werner (FDP) regte an, beim Bau von Kita, Familienzentrum und benachbartem Schulzentrum Synergien zu nutzen.

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Reinhard Kühn vom Diakonischen Werk betonte, dass bei einer Ausschreibung per Gesetz die freien Träger Vorrang hätten. Diesen Fakt könne man mit einem Beschluss nicht einfach so umgehen. Außerdem könne die Stadt dennoch die Trägerschaft übernehmen – etwa wenn sich kein geeigneter privater Träger für die Einrichtungen finden ließe, sagte er. Sozialdezernent Uwe Bee ergänzte zudem, dass die Stadt bei einer Trägerschaft auch für die Akquise des Personals zuständig sei. Der Markt sei leer gefegt, doch die Schwierigkeiten, Erzieher zu finden, träfen auch die privaten Träger.

Die Pläne der Stadt für die neue Kita und das Familienzentrum erhielten bei allen Ausschussmitgliedern viel Zustimmung. Es wurde dabei unter anderem gelobt, dass die Stadt die Einrichtung größer plane als nötig sei. Mehrheitlich entschied sich der Ausschuss, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Wenn der Rat der Empfehlung am 13. Februar folgt, kann die Verwaltung die Ausschreibung für den Träger der beiden Einrichtungen starten.

Von Patricia Oswald-Kipper

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