Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Lehrte

Zweiter Prozess zu Überfall auf Spielhalle

Am Landgericht Hildesheim beginnt ein Prozess wegen eines Raubüberfalls am Sedanplatz in Lehrte.

Am Landgericht Hildesheim beginnt ein Prozess wegen eines Raubüberfalls am Sedanplatz in Lehrte.

Lehrte/Hildesheim.Diese Tat hatte viele Lehrter schockiert: Am 2. Juni 2016 überfielen zwei Männer die Spielhalle am Sedanplatz in Lehrte. Einer drohte den Gästen mit einem etwa 30 Zentimeter langen Messer, der andere hielt einer Angestellten eine echt wirkende Messerattrappe an den Hals. 1500 Euro erbeutete das Duo. Einem von beiden, jenem mit der Messerattrappe, wurde bereits im Juli 2017 der Prozess gemacht – und kurz bevor der Mann zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, gab er noch den Namen seines Komplizen preis. Diesem 25-Jährigen, den die Polizei am 8. Januar festnehmen konnte, wird nun der Prozess gemacht. Auch ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Erster Verhandlungstag im Landgericht Hildesheim ist am 21. Juni.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Tat in der Spielhalle hatte sich spätabends abgespielt. Zwei Handlanger des Räuberduos sondierten zunächst die Lage und signalisierten dann, dass sich nur noch zwei harmlose Gäste in dem Raum aufhielten. Danach stürmten die zwei Haupttäter in den Laden und zückten Messer sowie Messerattrappe.

Während des Gerichtsprozesses im vergangenen Jahr war die Angestellte der Spielhalle die Hauptzeugin. Die 38-Jährige sagte dabei nicht nur zu dem Raubüberfall auf die Spielhalle aus, sondern auch zu einer ähnlichen Tat wenige Wochen zuvor im Wettbüro am Sedanplatz. Auch dort hatte die Frau hinter dem Tresen gestanden, und auch in diesem Fall war der später Verurteile der Täter. Er traktierte sein Oper mit Pfefferspray und erbeutete bei diesem Coup 4000 Euro. Nach dem Raubüberfall auf das Wettbüro hatte die Frau ihre Arbeitsstelle auf die andere Seite des Sedanplatzes, in die Spielhalle, verlagert – und wurde dort wenige Wochen später prompt wieder zum Opfer eines Überfalls.

Der Mann, dem bereits im Juli 2017 der Prozess gemacht wurde, hatte zunächst den Namen seines Komplizen für sich behalten. Erst kurz vor der Urteilsverkündung gab er seinen Mittäter preis. Diese späte Kooperationsbereitschaft wirkte sich zwar strafmildernd aus, der Mann kassierte aber trotzdem eine Freiheitsstrafe von insgesamt acht Jahren – vier für die Taten am Sedanplatz und vier für einen weiteren Überfall auf eine Spielhalle in Hannover. Die zwei Kundschafter waren im Juli 2017 mit Bewährungsstrafen davongekommen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Beute aus dem Überfall auf das Wettbüro im April 2016 hatte der im Juli 2017 verurteilte spielsüchtige Mann übrigens innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gehauen – zur Bezahlung von Schulden bei einem Dealer, von dem der massiv Alkohol und Kokain konsumierende Mann Betäubungsmittel erhalten hatte. Der nun beginnende Prozess gegen seinen Komplizen ist auf zwei Verhandlungstage angesetzt. Am 27. Juni soll das Urteil gesprochen werden.

Von Achim Gückel

Mehr aus Lehrte

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.