Neustadt

Abwasserbetrieb: Gewinn schrumpft leicht

Mit den Überschüssen finanziert der Betrieb unter anderem Kanalsanierungen, wie sie derzeit etwa am Graseweg in Suttorf anstehen.

Mit den Überschüssen finanziert der Betrieb unter anderem Kanalsanierungen, wie sie derzeit etwa am Graseweg in Suttorf anstehen.

Neustadt. Der Abwasserbehandlungsbetrieb der Stadt hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von rund 945.000 Euro erzielt. Wie aus der im zuständigen Betriebsausschuss des Rates vorgelegten Bilanz hervorgeht, ist der Gewinn gegenüber dem Vorjahr damit um knapp 120.000 Euro gesunken. Den aktuellen Überschuss will der Betrieb auf die Rechnung für 2018 vortragen. Vom Vorjahresgewinn gehen 220.000 Euro in den städtischen Haushalt und 844.500 Euro in die allgemeine Rücklage. Direkte Auswirkungen auf die Abwassergebühren, die die Bürger zahlen, haben die positiven Ergebnisse nicht. „Trotz der regelmäßigen Jahresüberschüsse lassen sich aus diesen keine Möglichkeiten zur Gebührenanpassung ableiten“, heißt es in einer Vorlage für die Ratspolitiker. Überschüsse dienten dazu, Liquidität für Kanalsanierungen aufzubauen.

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Die Umsatzerlöse des Betriebes sind 2017 gegenüber dem Vorjahr leicht gewachsen, und zwar einseitig im Bereich Niederschlagswasser. Beim Schmutzwasser hingegen verzeichnete die Betriebsleitung einen leichten Rückgang.

Auf der Ausgabenseite schlägt gestiegener Materialaufwand zu Buche. Wesentliche Gründe hierfür sind stark gestiegene Kosten für Klärschlammtransport und -verwertung. Weil die Klärschlammverordnung im vergangenen Jahr verschärft worden ist, darf das anfallende Material aus den Klärwerken nicht mehr wie in früherem Umfang auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. Verbrennungsanlagen sollen die Alternative sein, aber es fehlt noch an ausreichenden Kapazitäten. Bestehende Schlammlager sind landesweit gefüllt, was zu höheren Preisen für die Entsorgung führt.

Gestiegen sind auch die Kosten für Bodenproben und für Unterhaltung und Reparatur der Kläranlagen. Das Rechnungsprüfungsamt im Rathaus hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Kläranlagen zwar insgesamt gut ausgelastet sind, diejenige in Helstorf allerdings abfällt. „Es wird empfohlen, Verbesserungspotenziale zu prüfen und gegebenenfalls freie Kapazitäten in den Klärwerken Empede, Basse oder den Nachbarkommunen zu nutzen“, vermerken die Rechnungsprüfer. Die Betriebsleitung will aber an Helstorf aus mehreren Gründen festhalten. Die Anlage arbeite effizient und betriebssicher. Sollte sie aufgegeben werden, müsste der Betrieb neue Leitungen, Pumpstationen und andere Infrastruktureinrichtungen bauen lassen, um die Abwässer umzuleiten. Dies sei unwirtschaftlich.

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Von Bernd Haase

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