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Neustadt

Ein Jahr im Landtag: Osigus zieht Bilanz

Wiebke Osigus schließt das neue SPD-Büro in Neustadt auf - der Anlaufpunkt an der Marktstraße 34 (Seiteneingang der Sparkasse) soll noch im Dezember eröffnen

Wiebke Osigus schließt das neue SPD-Büro in Neustadt auf - der Anlaufpunkt an der Marktstraße 34 (Seiteneingang der Sparkasse) soll noch im Dezember eröffnen

Neustadt. Die Begeisterung ist echt: „Manchmal komme ich abends vom letzten Termin und denke, schade, es ist vorbei“, sagt Wiebke Osigus. Seit einem Jahr sitzt die Niedernstöckenerin für die SPD im Landtag, und versichert glaubhaft, sie habe die Entscheidung noch nicht eine Sekunde bereut.

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Dass sie mit Fleiß zur Sache geht, tut sie auch in sozialen Netzwerken kund. Gern überrascht sie ihre Facebook-Kontakte mit morgendlichen Motivationsbotschaften per Hashtag, den Schlagworten mit Doppelkreuz: #aufgehts, #füreuchunterwegs oder #maximalmotiviert heißt es da unter Selfies mit Landtagskollegen oder Bildern vom Sonnenaufgang. „Das kann nicht jeder morgens vertragen, aber mir geht es eben so.“ Dazu passt ihre Jahresbilanz: 225 Termine in Sitzungen, 157 im Wahlkreis. Bei letzteren nehme sie viel für die Arbeit in den Landtagsgremien mit. „Es wird keiner versprechen können, dass alle Wünsche auch umgesetzt werden. Aber wenn über Geld für Fahrradwege gesprochen wird, weiß ich, wir haben hier zum Beispiel Helstorf – Mandelsloh auf dem Zettel.“

Manchmal versuche sie auch, zu Problemen vor Ort direkt Ansprechpartner zu organisieren. So hat sie Kultusminister Grant Hendrik Tonne eingeladen, als die Schuldebatte um die Helstorfer Außenstelle hochkochte, oder vor wenigen Tagen einen Diskussionsabend zum Steinhuder Meer mit Sonja Papenfuß von der Region Hannover organisiert. „Da kamen Wortführer von allen Seiten. Ich wusste, dass da Druck auf dem Kessel ist, und damit komme ich auch gut klar.“

Ihre größte Herausforderung im vergangenen Jahr betraf denn auch nicht die Landtagsarbeit, sondern den SPD-Ortsverein Neustadt, dessen Vorsitz Osigus nach kurzem Zögern Anfang 2018 übernahm. Nach dem abrupten Rücktritt von Vorgänger Mustafa Erkan musste sie Aufbauarbeit leisten. „Da gab es eine Menge Einzelgespräche zu führen, aber jetzt sehen wir wieder nach vorn.“

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So weit ist die Bundespartei noch nicht. Ein Grund mehr für Osigus, sich mit dem Mandat im Landtag zufrieden zu geben. „Das ist hier genau mein Platz, wir in Niedersachsen sind pragmatisch und arbeiten auch mit den Kollegen in der Groko ziemlich geräuschlos.“ Auch, wenn es um kontroverse Themen geht. Aktuell beschäftigt sich die Juristin mit dem Paragrafen 219a, der ein Werbeverbot für Abtreibungen regelt und den die SPD reformieren will.

Dichter an der Scholle ist sie mit ihrem Mandat im Ortsrat Mandelsloh, der für neun Dörfer in Neustadts Norden westlich der Leine zuständig ist. Da spürt sie die Probleme, die der Landtag zu lösen versucht, am eigenen Leib; sei es Ärztemangel, seien es Lücken in der Internetversorgung. Und freut sich über ihre Kollegen: „Ich schätze das sehr, dass sich dort so Viele ehrenamtlich engagieren und für die Sache so brennen.“

Von Kathrin Götze

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