Neustadt

Fotos von Neustadt aus den letzten Kriegstagen

Sie haben das Schlimmste überstanden. Der Zweite Weltkrieg geht zu Ende, die Engländer haben weite Teile des Landkreises Neustadt eingenommen.

Sie haben das Schlimmste überstanden. Der Zweite Weltkrieg geht zu Ende, die Engländer haben weite Teile des Landkreises Neustadt eingenommen.

Neustadt. Das Steinhuder Meer, eine einzige stille Wasserfläche im Sonnenlicht des Frühjahrs, ein Bootsrumpf, drei Soldaten in englischer Uniform: Sie haben das Schlimmste überstanden. Der Zweite Weltkrieg geht zu Ende, die Engländer haben weite Teile des Landkreises Neustadt eingenommen; in wenigen Wochen wird Deutschland kapitulieren. Es ist ein frühes Bild des Friedens, und es ist eines der schönsten, die am Dienstag, 7. April, 19 Uhr, im Kinosaal des Leineparks zu sehen sein werden. Hans-Erich Hergt, früherer Neustädter Ortsbürgermeister, hält einen Vortrag: Letzte Tage des Krieges, erste Tage des Friedens.

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Es ist der April 1945: Seit fünfeinhalb Jahren überzieht ein furchtbarer und gnadenloser Krieg Europa und die halbe Welt. Jetzt ist ein Ende abzusehen. Alliierte Truppen drängen von allen Seiten nach Deutschland – englische Verbände kämpfen sich von Westen kommend ans Steinhuder Meer vor. Warum ist noch kein Frieden? Deutschland, das Regime der Nazis, das „Tausendjährige Reich“ ist längst geschlagen. Und leistet doch immer noch Widerstand. Unbelehrbar? Vielleicht. Der Mut der Verzweiflung treibt viele, gepaart mit Fanatismus. „Wir sollten nicht verurteilen“, sagt Dr. Claudia Condry. Sie gehört zum Team, das Neustadt eine wohl einzigartige Betrachtung der dramatischen Wochen zwischen Krieg und Frieden im Frühjahr 1945 bescheren wird.

Condry ist in Schneeren aufgewachsen, hat im Imperial War Museum in London gearbeitet, lebt jetzt wieder in Schneeren. Wer sollte sich besser berufen fühlen, einen Satz zu prägen, wie den, auf Verurteilungen zu verzichten? Im April 1945 sterben in Neustadt junge Menschen. Hitlerjungen, die auf Engländer feuern; erwischt und standrechtlich erschossen werden; junge britische Soldaten, die – das Ende des so endlosen Leidens vor Augen – über die Löwenbrücke stürmen und zerrissen werden. Warum müssen sie sterben? Warum stoppt kein alter, wissender Neustädter die Männer, die Sprengstoff unter dem Brückenbogen verlegen, die das Bauwerk in die Luft jagen, als andere Menschen darauf sind? Menschen, die sich ihres Lebens freuen. „Wir wollen erinnern“, sagt Hans-Erich Hergt. Erinnern, um zu mahnen. Um zu warnen: So ist Krieg! Und bitte: Nie wieder!

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Von Dirk von Werder

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