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Neustadt

Institut verabschiedet Leiter Niemann

FLI-Präsident Thomas Mettenleitner (links) verabschiedet Heiner Niemann aus dem Institut.

FLI-Präsident Thomas Mettenleitner (links) verabschiedet Heiner Niemann aus dem Institut.

Mariensee.Fortune, Ideenreichtum, Urteilskraft: Das sind nur einige der guten Eigenschaften, die Kollegen und Weggefährten Heiner Niemann zuschreiben, dem scheidenden Leiter des Instituts für Nutztiergenetik in Mariensee. Zahlreiche namhafte Kollegen sprachen am Donnerstag bei einem Symposium zu seinen Ehren über gemeinsame Projekte und Arbeitsphasen, alles unter dem Titel „Nutztiergenetik im Wandel der Zeit“.

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Dass Niemanns Wirken in den vergangenen 40 Jahren seit der Doktorandenzeit weit über die reine Forschung hinaus reichte, zeigt die Vielfalt der Gäste: Neben Genforschern kamen auch Tierärzte, Züchter, Humanmediziner sowie ein Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Niemann hat zwar zeit seiner wissenschaftlichen Karriere dem Institut in Mariensee die Treue gehalten (er schlug Rufe nach Kopenhagen, Utrecht, Adelaide und Melbourne aus). Doch die Kontakte und Kooperationen, die er von dort aus knüpfte, reichen kreuz und quer über den Erdball, frei nach dem Motto: „In der Wissenschaft kann man nichts alleine machen“, wie Kollegin Andrea Lucas-Hahn sagte.

Einfrieren von Embryonen, Zeugung von Rindern und Schweinen im Reagenzglas, Klonen von Tieren aus Körperzellen sowie Einschleusung menschlicher Gene in Schweine (um Herzklappen für die Transplantationsmedizin zu erhalten) sind Themen, mit denen sich Niemann beschäftigt hat. Viele sind mit Gewissensfragen verknüpft und der politischen Diskussion ausgesetzt. So war Niemann auch oft als Berater im Ministerium gefragt, setzt sich auch streitbar dafür ein, dem Zeitgeist nicht die Qualität der Forschung zu opfern.

Dass ihm diese stets wichtig war, beweisen zahlreiche Preise sowie die Aufnahme in die Leopoldina, die nationale Akademie der Wissenschaften. 550 Publikationen, 700 Vorträge, 83 betreute Doktoranden, sind beeindruckende Zahlen aus Niemanns wissenschaftlicher Bilanz. Die ist noch nicht abgeschlossen: Auch nach dem Abschied aus Mariensee bleibt Niemann in der Forschung aktiv, er wechselt dafür an die Medizinische Hochschule Hannover.

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Die Leitungsstelle in Mariensee – Niemann hatte sie zehn Jahre lang inne – wird demnächst neu besetzt. Wie FLI-Präsident Thomas Mettenleitner sagte, wird der Kandidat gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule in Hannover berufen. Das Institut wird aktuell umstrukturiert, in Mecklenhorst sind umfangreiche Bauarbeiten geplant. Dann sollen die bisherigen Standorte Mariensee, Celle und Braunschweig auf Neustädter Boden zusammengeführt werden.

Von Kathrin Götze

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