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Neustadt

Trockenheit hinterlässt Schäden im Wald

Holger Holze fällt und zerlegt Fichten mit dem Harvester.

Holger Holze fällt und zerlegt Fichten mit dem Harvester.

Eilvese. Erst kam Sturm Friederike, dann der trockene Sommer, nun geben Buchdrucker und Kupferstecher den Fichtenbeständen den Rest: Die Marienseer Revierförsterin Katharina Niebel beklagt außergewöhnlich viele Schäden in Neustadts Wäldern, die auf die Trockenheit zurückzuführen sind. Momentan ist eine Vollerntemaschine, ein so genannter Harvester, im Wald bei Eilvese unterwegs, um geschädigte Fichten aus dem Wald zu nehmen, bevor die Borkenkäfer im Frühjahr wieder fliegen und sich weiter ausbreiten.

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Momentan haben sich die Krabbeltiere unter der Rinde verkrochen. Sie stellen die Aktivitäten außerhalb ein, wenn die Temperaturen unter 14 Grad Celsius sinken. Zuvor waren sie aber äußerst fleißig, wie Försterin Niebel und ihre Praktikantin Eileen Ottilige bei den Kontrollgängen im Revier allenthalben feststellen. Sogar der so genannte Tannenbruch südlich von Eilvese ist trocken gefallen. „Sonst kann man hier kaum gehen, weil es zu feucht ist, auch der Bach ist trocken gefallen“, sagt Niebel.

Trockenheit hinterlässt Schäden im Wald

Im Wald bei Eilvese dröhnt der Harvester, zahlreiche Fichten werden notgeerntet. Sie sind von Borkenkäfern befallen, weil sie nach dem trockenen Sommer nicht genug Kraft haben, die Tiere abzuwehren.

Im dichten Wald entstehen dort teilweise große Lichtungen, weil so viele benachbarte Bäume von den Käfern beschädigt sind. Erkennbar werden etwa die Fraßschäden des Buchdruckers zuerst an den Baumspitzen. „Sie verlieren die Nadeln, sehen dann braunrot aus, während unten noch eine Menge Grün zu sehen ist.“ Harvester-Fahrer Holger Holze berichtet, dass in den vergangenen Tagen noch einige dazu gekommen sind. „Im Sommer selbst war von den Schäden noch gar nichts zu sehen“, berichtet Praktikantin Ottilige, die Forstwissenschaft studiert. Nun treten die Symptome gleich gehäuft auf.

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Stück für Stück legt Harvester-Fahrer Holger Holze die Fichtenstämme mit dem Arbeitskopf der Maschine um, lässt sie zu einer Seite kippen und direkt im Anschluss in gleich lange Abschnitte schneiden und entasten. Nach wenigen Sekunden liegen die Abschnitte ordentlich aufgestapelt auf dem Waldboden. „Dafür braucht es einiges an Erfahrung und Geschick“, sagt Försterin Niebel anerkennend.

Doch auch wenn das Holz noch so gut vorbereitet ist: So gute Preise wie noch vor einigen Jahren werden die Eigentümer damit nicht erzielen können. „Viele Bäume sind eigentlich noch viel zu jung für die Ernte“, meint die Försterin bedauernd. Überdies zieht ein großes Angebot auf dem Holzmarkt bei Noternten vielfach Preisverfall nach sich. „Wir sind inzwischen von 90 auf nur noch 45 Euro pro Festmeter Fichte herunter – für den besten Abschnitt“, sagt Niebel. Auch Laubkulturen sind geschädigt, insbesondere aber die Fichten. „Auch viele Jungpflanzen haben Schäden abbekommen, von denen sie sich nicht so schnell erholen werden.“

Der Wald südlich von Eilvese ist in Genossenschaftshänden, wird schon seit vielen Jahren von den Landesforsten mit betreut, für die Niebel arbeitet. Nun müssen die Forstwirte mit den Eigentümern überlegen, welche neue Kultur auf die ungeplante Lichtung gepflanzt werden soll. Dabei machten die Folgen des Klimawandels Probleme. „Es ist schwierig einzuschätzen, mit was für einem Standort wir es hier in Zukunft zu tun haben“, erläutert Niebel. „Vor Kurzem war er noch sehr feucht, nun ist er trocken – und wir planen ja immer für viele Jahre im Voraus.“

Von Kathrin Götze

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