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Neustadt

Wie geht Stadt mit Schottergärten um?

Schotter- statt Grünflächen: Den Grünen ist diese Gartengestaltung ein Dorn im Auge.

Schotter- statt Grünflächen: Den Grünen ist diese Gartengestaltung ein Dorn im Auge.

Neustadt.Wer durch die Neubaugebiete in Neustadts Nordwesten fährt, sieht sie immer häufiger: Vlies auf dem Boden ausbreiten, Schotter drauf, vielleicht noch einige Pflanzen darauf verteilen – fertig ist der Schottergarten. Manch einem scheint dies die pflegeleichteste Variante, manch einer mag den Anblick vielleicht sogar. Den Grünen und Linken in Neustadts Rat ist er aber ein Dorn im Auge.

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„Ökologischer Wert eines Parkplatzes“

Mit einer Anfrage haben sie die Stadtverwaltung nach Wegen gefragt, gegen diesen Trend vorzugehen. Schottergärten, die häufig noch mit nicht heimischen Gehölzen bepflanzt werden, hätten den ökologischen Wert eines asphaltierten Parkplatzes, heißt es in ihrer Anfrage. Sie böten keine Nahrung für Bienen und andere Insekten, heizten sich im Sommer auf und verstärkten den Hitzestress, anstatt wie Bäume oder Grünflächen das Klima auch im Kleinen zu verbessern.

Auch die Stadtverwaltung sieht den Trend zum Schottergarten kritisch: „In den letzten Jahren ist es teilweise in Mode gekommen, private Gärten vollflächig mit Kies oder Schotter zu belegen“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage. „Eine wirkliche Minderung des Pflegeaufwands ist damit zwar nicht verbunden, die gestalterische Wirkung auf Siedlungs- und Dorfbild ist jedoch äußerst negativ.“

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Rückbau „nicht verhältnismäßig“

Den Rückbau bestehender Schotter- und Pflastergärten zu fordern, hält die Verwaltung laut Annette Plein vom Fachbereich Bürgerservice für unverhältnismäßig. Allerdings sind in einigen Bebauungsplänen wie „Alte Heerstraße“ in Helstorf oder „Schützenweg“ in Mardorf Regelungen enthalten, die solche Gartengestaltung ausschließen. In einigen Ortschaften bestünden auch noch Gestaltungssatzungen, in denen auch die Gestaltung der Vorgärten harmonisch geregelt ist. Da geht es auch um Einfriedungen, Sichtschutzzäune vor dem Grundstück sind beispielsweise ausgeschlossen. Wer sein Grundstück vor fremden Blicken schützen will, muss dann eine Hecke pflanzen.

In der Debatte um die Abschaffung der Gestaltungssatzung für Bordenau habe die Verwaltung mehrfach angeboten, gestalterische Grundsätze zu erarbeiten, anhand derer man die örtlichen Gestaltungsvorschriften der Zeit anpassen könne, statt sie einfach abzuschaffen. Diesen Weg hat der Ortsrat Büren nach langen Diskussionen für Laderholz gewählt.

Bauaufsicht wartet auf Ergebnis von Musterklage

Auch die Bauaufsichtsbehörden der Region tauschten sich bereits zum Thema aus, heißt es weiter. Aktuell führe die Stadt Wunstorf eine Musterklage um ein geschottertes und mäßig bepflanztes Grundstück. Dabei geht es darum, ob Schotterflächen als versiegelt zu gelten haben oder nicht. Das Ergebnis sei allerdings nicht schnell zu erwarten, man gehe davon aus, dass alle Instanzen ausgeschöpft werden.

Die eigene Rolle als Mitglied im Netzwerk „Kommunen für biologische Vielfalt“ sieht die Verwaltung eher in beratender, vermittelnder Tätigkeit. Auch bei der Gestaltung eigener Grünflächen und Friedhöfe achte man auf regionale und artenschutzgerechte Bepflanzung. Damit seien die Möglichkeiten der Stadt an Personal und Ressourcen ausgeschöpft. Eine große Informationsoffensive werde aber im Zusammenhang mit der Gartenregion von der Region Hannover kommen.

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„Ich halte weniger von Verboten, würde lieber auf Aufklärung und Anreize setzen“, sagt Fraktionssprecher und Grünen-Bürgermeisterkandidat Dominic Herbst zum Thema.

Von Kathrin Götze

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