Pattensen-Mitte

Flüchtlinge sind in Pattensen gut integriert

Die sechsjährige Tiba sitzt bei „Opa Jürgen" (rechts) auf dem Schoß, während ihre Familie mit den Pattensern am Tisch plaudert.

Die sechsjährige Tiba sitzt bei „Opa Jürgen" (rechts) auf dem Schoß, während ihre Familie mit den Pattensern am Tisch plaudert.

Pattensen-Mitte. Die sechsjährige Tiba lacht und sitzt zufrieden bei ihrem „Opa Jürgen“ auf dem Schoß. Ihre Eltern Ghadah Al-Kubaisi und Ammar Alshaikhli und ihre Schwestern Hayat (12) und Mariam (14) essen Kuchen und unterhalten sich mit ihren Pattenser Tischnachbarn.

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„Wir haben das Erzählcafé veranstaltet, damit Einheimische und Flüchtlinge ins Gespräch kommen“, sagt der Pattenser Stadtverbandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Hans-Friedrich Wulkopf. Die Pattenser Ortsverbände des SoVD hatten bereits im vergangenen Jahr zwei Erzählcafé-Treffen in Schulenburg und Jeinsen veranstaltet. Am Sonnabend fand im Gemeindehaus der St. Lucas-Kirche in Pattensen-Mitte das dritte und letzte statt. Rund 40 Besucher waren der Einladung gefolgt, darunter sechs Flüchtlinge. „Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden“, erklärt Hans-Jörg Klempien, stellvertretender Vorsitzender des Pattenser SoVD-Ortsvereins.

„Aus meiner Sicht ist die Integration der Flüchtlinge in Pattensen gut gelungen“, sagt Bürgermeisterin Ramona Schumann. „Und entgegen aller Vorurteile bekomme ich auch als Frau unglaublich viel Respekt entgegengebracht.“

Zurzeit leben rund 280 Flüchtlinge in Pattensen. Untergebracht sind sie hauptsächlich in Wohnungen. „Die Zahl ist relativ stabil, da immer wieder einige Pattensen verlassen und dafür neue dazu kommen“, sagt Schumann.

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„Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge ist bereit, sich zu integrieren“, bestätigt Peter Winter, Sprecher des Flüchtlingsnetzwerks. Viele hätten schon Jobs oder Ausbildungsplätze gefunden. So wie Tibas Vater Ammar Alshaikhli. Er arbeitet seit eineinhalb Jahren bei der Post. Vor drei Jahren ist er mit seiner Familie vor dem Krieg im Irak nach Deutschland geflohen. Seitdem wohnt sie in Schulenburg. „Wir sind hier sehr freundlich aufgenommen worden“, erzählt Ghadah Al-Kubaisi in annähernd perfektem Deutsch. „Wir haben viele Freunde und gute Nachbarn gefunden.“ – Und einen Ersatzopa für die Kinder, wie die sechsjährige Tiba und „Opa Jürgen“ demonstrieren. Denn die leiblichen Großeltern der Kinder sind tot oder im Irak geblieben. „Opa Jürgen“, alias Jürgen Kandelhard, hat sich von Anfang an im Flüchtlingsnetzwerk engagiert und sich um die Familie gekümmert, mit ihr Deutsch gelernt und ihnen den Alltag in Schulenburg erklärt. Als Dank dafür hat er nun eine neue „Enkelin“ bekommen, mit der er im Pfarrgarten um die Wette läuft. „Ich darf aber nicht gewinnen“, sagt der 80-Jährige schmunzelnd. „Sonst ist Tiba traurig.“

Von Stephanie Zerm

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