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Pattensen

Pattenserin muss wegen Betrugs Tagessätze zahlen

Eine Pattenserin muss sich vor dem Amtsgericht Springe verantworten.

Eine Pattenserin muss sich vor dem Amtsgericht Springe verantworten.

Pattensen.Sie soll für fast 700 Euro eine Fernsteuerung auf einer Online-Auktionsplattform angeboten und das Geld kassiert haben, ohne die Ware zu liefern: Wegen Betrugs musste sich jetzt eine 29-jährige Pattenserin am Springer Amtsgericht verantworten. Gegen einen Strafbefehl über 360 Euro hatte sie zuvor Einspruch eingelegt.

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Angeklagte streitet Vergehen ab

„Ich habe mit der Sache überhaupt nichts zu tun“, sagte die Frau. Weder habe sie je eine Fernsteuerung noch das Konto besessen, auf das ein Käufer den Betrag von 670 Euro eingezahlt hatte, um dann vergeblich auf die Zusendung des technischen Geräts zu warten. Merkwürdig jedoch, dass just dieses Konto bei der Pattenser Post mit Hilfe des Personalausweises der Angeklagten eröffnet worden war, bevor sie diesen Ausweis dann 20 Minuten später im Rathaus durch einen neuen ersetzen ließ. Auf mehrfache Nachfrage der Staatsanwältin verneinte die Frau immer wieder, ihr Ausweisdokument jemals aus der Hand gegeben, es eingescannt oder sich damit im Internet legitimiert zu haben. Auch dass ihr Lebensgefährte heimlich mit dem Dokument – kurz bevor es im Bürgerhaus durch eine neues ersetzt und ungültig gemacht wurde – bei der Post ein Direktkonto eröffnet haben könnte, schloss die junge Frau aus. „Und ich war definitiv nicht bei der Post, um mit Hilfe meines Persos ein Konto zu eröffnen“, betonte die Pattenserin. Sie wisse nicht, wie das abgelaufen sein könnte.

Telefonnummer führt nach England

Eine Mitarbeiterin der Post erklärte in ihrer Zeugenaussage, dass eine Kontoeröffnung ausschließlich gegen Vorlage des Ausweisdokumentes sowie einer Unterschrift, die dann abgeglichen werde, erfolgen könne. „Vielleicht sind Sie ja gehackt worden“, sagte die Strafrichterin. Denn eine E-Mail-Adresse, die der Pattenserin zugeordnet wurde, gehört ihr ebenso wenig wie eine Telefonnummer, die nach England weist. Sogar eine Form der Bandenkriminalität schloss die Richterin nicht aus, bei der das neue Konto der Angeklagten eine Rolle gespielt haben könnte. Aufklären ließ sich das während der Verhandlung aber nicht.

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Nach ausführlicher Rücksprache mit ihrem Verteidiger nahm die 29-Jährige schließlich den Einspruch gegen den Strafbefehl und 30 Tagessätze à 12 Euro zurück. Nun muss sie zwar die 360 Euro zahlen, bleibt aber ungestraft. Hätte das Gericht ein Urteil verhängt, wäre das für die junge Frau womöglich ungünstiger ausgefallen.

Von Annegret Brinkmann-Thies

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