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Ronnenberg

Belasten Salzauswaschungen das Grundwasser?

Welche dauerhaften Belastungen für das Grundwasser gehen von der Kalihalde aus?

Welche dauerhaften Belastungen für das Grundwasser gehen von der Kalihalde aus?

Ronnenberg. Während sich die Bürger der Kernstadt und des benachbarten Stadtteils Weetzen in einer Bürgerinitiative gegen eine Abdeckung der Ronnenberger Kalihalde mit Bauschutt wehren, werden Versäumnisse bei der Überprüfung der Salzauswaschungen deutlich. Offenbar hat sich bislang niemand um die Auswirkungen auf das Grundwasser im Umfeld der Halde gekümmert. Zuständig ist laut Auskunft der Region Hannover das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), das auch über die Bauschutt-Abdeckung entscheiden muss.

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In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion an die Landesregierung, die insgesamt mehr als 100 Einzelfragen zu den Abdeckungen der Kalihalden in Niedersachsen enthält, musste die Landesregierung jetzt einräumen, dass ihr keine Informationen über Messstellen vorliegen, die die Qualität des Grundwassers rings um die Rückstandshalde in Ronnenberg dokumentieren. Und das, obwohl dieser Salzberg über keine Basisabdichtung verfügt, man also davon ausgehen müsste, das Auswaschungen in den Untergrund gelangen können.

Ulrich Schmersow von der Arbeitsgruppe Kali und Salz findet diesen Zustand „unverantwortlich“. Es müsse untersucht werden, „wie weit langfristig die Landwirtschaft insbesondere der Gemüsebau westlich der Bahnlinie betroffen ist“. Der Regionsabgeordnete der Grünen sieht diesen Bereich im „Grundwasser-Abstrom“ mit oberflächennah anstehendem Grundwasser.

Die Region nimmt in einer eigenen Betrachtung „nur eine diffuse Salzbelastung des Grundwassers im Nahbereich der Halde“ an. Der Salzberg liege „in einem Bereich, in dem der Untergrund nur wenig wasserdurchlässig ist (ein bis zwei Meter Lösslehm oberhalb des Grundwasserleiters)“, heißt es in einer Mitteilung. Auch das Land verweist auf niedrige Durchlässigkeitswerte des Bodens, dennoch verlange das LBEG nun mit Blick auf die anstehende Abdeckung eine Gefährdungsabschätzung.

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Die große Masse des ausgewaschenen Salzes wird indes in einem Graben gesammelt und über die Vorflut in die Fösse geleitet. Eine „Wassererechtliche Erlaubnis“ dafür endet am 31. Dezember 2028. Eines der Ziele, die die Landesregierung mit der Abdeckung von Kalihalden verfolgt, ist nach eigenen Angaben die „Vermeidung der Neubildung von salzhaltigen Wässern“. Die Erfolgsaussichten sind allerdings umstritten, zumal es auch darüber noch keine Erkenntnisse gibt. Nach Angaben des Betreibers der bereits abgedeckten Halde in Empelde gelangt von dort immer noch rund ein Drittel der ursprünglichen Menge der Auswaschung in die Vorflut und damit in die Fösse.

Für Jens Williges „bestätigen sich damit die Befürchtungen, die gegen eine Haldenabdeckung sprechen“. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat meint, dass „die zusätzlichen Risiken nicht kalkulierbar sind, vor allem macht die zusätzliche Abdeckung mit Bauschutt eine aus Grundwasserschutz eventuell später notwendige Rückholung/Sanierung nahezu unmöglich“. Da entsprechende Erkenntnisse erst nach Fertigstellung erwartet werden, würden die Ronnenberger Bürger und Landwirte zu „Versuchskaninchen degradiert“.

Williges befürchtet, „es könnte sich aber zukünftig herausstellen, dass die Auswaschung ins Grundwasser, unterbunden werden muss. Dann wäre aus Sicherheitsgründen ein Abtrag notwendig, unabhängig von wirtschaftlichen Überlegungen.“ Im Gegensatz zu einer Abdeckung könnte ein Abtrag aber innerhalb von zwei statt 25 Jahren erledigt sein, meint Williges.

Von Uwe Kranz

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