Seelze

Alte Bäume sollen mehr Schutz bekommen

Die Blutbuche im Pfarrgarten der Kirchengemeinde St. Martin gilt als Naturdenkmal. Seelzes Naturschutzbeauftragter Willi Raabe will weitere Bäume speziell schützen.

Die Blutbuche im Pfarrgarten der Kirchengemeinde St. Martin gilt als Naturdenkmal. Seelzes Naturschutz-beauftragter Willi Raabe will weitere Bäume speziell schützen.

Seelze. Die gut 100 Jahre alte Blutbuche im ehemaligen Pfarrgarten der Kirchengemeinde St. Martin in Seelzes historischem Ortskern zählt zu den erhaltenswerten Bäumen der Stadt. Sie steht seit einigen Jahren als Naturdenkmal unter Schutz. Willi Raabe fordert mehr: Der Naturschutzbeauftragte der Stadt setzt sich seit Jahren für die Einführung einer Baumschutzsatzung ein.

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Anhand von Richtlinien wie Größe und Art könnten Kriterien festgelegt werden, welche Bäume als schützenswert einzustufen sind. Doch in den vergangenen Jahren scheiterte dieses Vorhaben am politischen Widerstand. Aber die Stadt hat auch heute bereits Möglichkeiten, den Baumbestand zu schützen: Ortsbildprägende Bäume können in Bebauungsplänen festgesetzt, bei der Vergabe einer Baugenehmigung und bei Kaufverträgen mit der Auflage zur Erhaltung eingetragen oder als Denkmal ausgewiesen werden.

Diese Möglichkeiten gehen Raabe nicht weit genug. Gerade alte Laubbäume wie Eichen, Linden und Kastanien, die heute aus Platzgründen kaum noch gepflanzt werden, stuft er als Kulturerbe ein. „Sie prägen das Stadtbild und bilden gerade mit alten Gebäuden ein Ensemble, das erhaltenswert sein sollte“, sagt der Naturschutzbeauftragte.

Bei einer Baumschutzsatzung könnte die Stadt dann auch stärkeren Einfluss auf die Fällung von Bäumen nehmen, die auf Privatgrundstücken stehen. Eigentümer müssten sich dann stets eine Genehmigung einholen.

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Im Gegensatz zu Raabe sieht die Verwaltung es bisher als unnötig an, eine Satzung zu erarbeiten, die zudem mit Kosten für zusätzliches Personal verbunden wäre. „Wir können über das Vertrauen der Bürger sicher mehr erreichen“, sagt Edit Gaal, bei der Stadt verantwortlich für Grünplanung und Umweltschutz. Fast täglich meldeten sich Bürger, die sich erkundigen, ob sie einen Baum auf ihrem Grundstück fällen dürfen. „Das zeigt uns, dass die Seelzer sensibel für das Thema sind. Wir beraten auch über Schnittmaßnahmen.“

Wenn schon keine Baumschutzsatzung, hofft Raabe dennoch, dass sich die Politiker wenigstens für eine Erweiterung der bestehenden Kartierung einsetzen - die sollte dann außer den städtischen auch die erhaltenswerten privaten Bäume in Seelze verzeichnen.

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