Rethmar

Einblicke ins Schloss Rethmar

Rüdiger Freiherr von Wackerbarth und seine Frau Adelheide blättern im eigenen Buch. Einige der Ahnenporträts, die dort abgedruckt sind, hängen auch in der schlosseigenen Ahnengalerie im Treppenhaus.

Rüdiger Freiherr von Wackerbarth und seine Frau Adelheide blättern im eigenen Buch. Einige der Ahnenporträts, die dort abgedruckt sind, hängen auch in der schlosseigenen Ahnengalerie im Treppenhaus.

Sehnde. Wissenswertes zum Schloss Rethmar, seiner Geschichte und seinem Hausherrn können historisch Interessierte jetzt ausführlich nachlesen. Zusammen mit Verlegerin Felicitas Hübner aus Lehrte hat Schlossherr Rüdiger Freiherr von Wackerbarth das Buch „Haus Rethmar“ herausgebracht. Auf 152 Seiten erfahren die Leser unter anderem, dass das dreiflügelige Herrenhaus in der heutigen Form etwa vor 300 Jahren erbaut wurde, die bauliche Anlage aber wesentlich älter ist: Bei Renovierungsarbeiten, die von Wackerbarth seit dem Kauf des Hauses im Jahr 1987 umfangreich durchführen lässt, wurden im Keller Ziegelsteine entdeckt, die sich auf das Jahr 1264 datieren ließen.

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Dass die Wackerbarths ihr Schloss übrigens Haus nennen, geht auf die alte Bezeichnung „festes Haus“ zurück, die eine kleine, aber wehrhafte Verteidigungsburg meint. Und tatsächlich war das Haus ursprünglich als Burg angelegt, die vormaligen Besitzern als Schutz vor Angriffen aus der Nachbarschaft diente. Auf den Fundamenten wurde später die imposante Barockanlage gebaut.

Gekauft hat von Wackerbarth das unter Denkmalschutz stehende Schloss als Wohnsitz für seine Familie und um darin die vielen Bilder seiner Vorfahren unterzubringen. Heute hängen im Schloss um die 40 Ahnenporträts, viele davon im Treppenhaus.

An die Besichtigung des Hauses erinnert sich der Schlossherr noch ganz genau. „Alles war groß, verwinkelt und mitunter stark ramponiert“, sagt von Wackerbarth. Den entscheidenden Kaufanstoß gab seinerzeit seine Mutter am Telefon. Sie hatte gefragt, wie viele Türen das Haus besitze. Auf die Antwort „etwa ein Dutzend“ riet sie ihrem Sohn zum Kauf mit den Worten: „Dann kannst du hinter jeder Tür eine oder zwei Mietwohnungen bauen.“

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Und so kam es schließlich auch. In den folgenden Jahren schuf von Wackerbarth in den Seitenflügeln des Schlosses 18 Mietwohnungen. Den Mittelflügel bewohnt er heute mit seiner Frau Adelheid, Zweitwohnsitz ist München. Renoviert wird das Schloss aber auch heute noch. Alle fünf Jahre müssen etwa die Türen abgehobelt und neu geschliffen werden: Da das Schloss auf sehr sumpfigem Grund gebaut wurde, wandert es jährlich etwa einen halben Millimeter Richtung Süden.

Von Katja Eggers

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