Sehnde

Flüchtlinge bekommen zentrale Anlaufstelle

Beraten unter einem Dach (von links): Oktawian Osiecki (Flüchtlingshilfe), Jan Vollweiter (Caritas), Ortrud Mall, (Flüchtlingshilfe), Viktoria Kolisz (Caritas), Barbara Gebbe (Diakonie) und Marion Schiller (Flüchtlingshilfe).

Beraten unter einem Dach (von links): Oktawian Osiecki (Flüchtlingshilfe), Jan Vollweiter (Caritas), Ortrud Mall, (Flüchtlingshilfe), Viktoria Kolisz (Caritas), Barbara Gebbe (Diakonie) und Marion Schiller (Flüchtlingshilfe).

Rethmar. Ein Anlaufpunkt statt vieler – unter diesem Aspekt haben jetzt die Stadt Sehnde, die Flüchtlingshilfe Sehnde, die Diakonie Hannover-Land und der Caritasverband Hannover ein zentrales Haus der Beratung und Förderung der Integration für Flüchtlinge und Migranten eingerichtet. Alle Institutionen sind im ehemaligen Bundessortenamt an der Hauptstraße 1 in Rethmar vereint.

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Dort waren bisher nur die Flüchtlingshilfe und die Fahrradwerkstatt untergebracht. Auf diese Weise soll nun eine bessere Vernetzung untereinander entstehen, sagt Oktawian Osiecki, Sozialarbeiter bei der Flüchtlingshilfe. Karin Rohwerder, Leiterin des Fachdienstes Soziales im Rathaus, spricht von Synergieeffekten, die helfen, Doppelberatungen zu vermeiden. Da die Institutionen für unterschiedliche Themenbereiche zuständig seien, könne man Asylbewerber oder Migranten mit Fragen gleich an die richtige Stelle leiten.

Beratungsbedarf gebe es trotz der geringen Zahl an Neuankömmlingen genügend, sind sich alle einig. Zurzeit etwa stehe bei vielen, die vor drei Jahren einen anerkannten Flüchtlingsstatus bekommen haben, eine Überprüfung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an. „Da bekommen einige Existenzängste, die man ernst nehmen muss“, sagt Ortrud Mall, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe. Andere Bereiche beträfen die Schule oder Grundleistungen. All diese Themen können in Rethmar besprochen werden. Zwar werden diese Gespräche in der Regel im ehemaligen Bundessortenamt geführt. „Aber in einigen Fällen können wir auch rausfahren“, sagt Rohwerder. Das gilt etwa bei Krankheit oder etwa in Mietsachen.

Das Thema Wohnen sei ohnehin ein besonders dringendes, erklärt Mall. Zum einen gehe es um Wohnraum für Flüchtlinge auf dem freien Wohnungsmarkt in Sehnde, zum anderen um mögliche Konflikte zwischen Mietern und Vermietern. Das Problem sei in den meisten Fällen, dass die Flüchtlinge die hiesigen Gewohnheiten nicht kennen, wie Barbara Gebbe von der Diakonie erfahren hat. „Ein Putzplan ist zum Beispiel unbekannt.“ Und wie man richtig lüftet und den Müll entsorgt, müssten die neuen Mieter ebenfalls erst lernen. „Die Eskalation mit dem Vermieter wollen wir vermeiden.“ Deswegen sei die zentrale Anlaufstelle in Rethmar auch für Vermieter und andere Bürger mit Beratungsbedarf offen.

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Viele Flüchtlinge und Migranten hätten allerdings Schwierigkeiten, zunächst einmal eine Wohnung zu finden, wenn sie aus den Flüchtlingsunterkünften ausziehen. Das liege auch an der Fremdheit der Menschen, sagt Mall: „Wenn man eine Wohnung gefunden hat, heißt es oft: Keine mit Kopftuch.“ Haus- oder Wohnungsbesitzer, die hier helfen wollen, seien in der Beratungsstelle willkommen.

Zu den Beratungsthemen gehöre inzwischen auch der Bereich Steuern, sagt Anne Panter von der Caritas. Viele der Flüchtlinge hätten inzwischen Arbeit. Der Osten der Region mit den vielen Logistikern und der Nähe zu Braunschweig und Wolfsburg sei hier ideal. Das bestätigt auch Gebbe: „Die Flüchtlinge sind gut in den Betrieben angekommen.“ Allerdings hätten sie in der Berufsschule oft Sprachschwierigkeiten.

Von Michael Schütz

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