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Sehnde

Letzte Flüchtlingsunterkunft wird aufgelöst

Die letzten Bewohner der Unterkunft verlassen das ehemalige Hotel Zur Linde Ende Februar.

Die letzten Bewohner der Unterkunft verlassen das ehemalige Hotel Zur Linde Ende Februar.

Höver.Die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Höver – die letzte Sammelunterkunft in Sehnde überhaupt – wird Ende Februar aufgelöst. Das hat Jürgen Brumm, Sprecher der Eigentümerfamilie, am Dienstag bestätigt. Ab dem 1. April soll das ehemalige Hotel Zur Linde wieder „auf Vordermann gebracht“ und in seine ursprüngliche Nutzung zurückgeführt werden. Der Mietvertrag läuft zwar noch drei Jahre weiter, doch will Brumm der Stadt entgegenkommen. „Die Stadt spart ab dann die Nebenkosten und wir gewähren ihr auch einen Mietnachlass.“ Dieser Regelung müsse aber noch die Region Hannover zustimmen. Derzeit lebten in Höver nur noch etwa 20 Flüchtlinge, sagt Brumm – ausgelegt ist das Haus für bis zu 150 Personen.

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Zu Hochzeiten wie hier im Sommer 2016 wurde auf dem Gelände sogar Gemüse angebaut.

Zu Hochzeiten wie hier im Sommer 2016 wurde auf dem Gelände sogar Gemüse angebaut.

Die Stadt will allerdings nicht von einer Schließung sprechen. „Es handelt sich um eine Standortverlagerung“, sagt Karin Rohwerder, Fachdienstleiterin Soziales. Laut dem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2015 wolle man die Asylbewerber wieder vorrangig dezentral unterbringen. Das ist aber erst jetzt mit den zurückgehenden Flüchtlingszahlen wieder möglich. Erst am Montag waren bereits wieder Familien von dort in Wohnungen nach Bolzum und in die Sehnder Kernstadt umgezogen, berichtet Hövers Ortsbürgermeister Christoph Schemschat.

Langfristig soll laut Rohwerder nur noch das Gelände des ehemaligen Bundessortenamtes in Rethmar als Standort für eine Gemeinschaftsunterkunft als Reserve erhalten bleiben. Dort könnten maximal 70 bis 80 Personen untergebracht werden. Ob der Plan so umgesetzt werden kann, hängt jedoch auch von den Verhandlungen mit dem Bund über den Kauf der Immobilie ab, die noch nicht abgeschlossen sind.

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Schon nach Schließung der Balkanroute im Sommer 2017 waren die Flüchtlingszahlen in Sehnde deutlich zurückgegangen. Zu dieser Zeit betrug die Leerstandsquote in der Stadt bereits 70 Prozent, von 313 Plätzen waren damals 218 unbelegt. Deshalb waren die Sammelunterkünfte bis auf die in Höver nach und nach aufgegeben und die Mietverträge nicht verlängert worden.

Von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Region Hannover vor Ort, die die Flüchtlinge in Höver betreut, wird das Ende ihres Einsatzes für Ende Februar bestätigt. Auch in einer Ortsratssitzung sei dieser Zeitpunkt genannt worden, sagt Ortsbürgermeister Christoph Schemschat. Dass die Betreuung danach wechseln werde, bestätigt man auch bei der Stadt. „Für Details ist es aber noch zu früh“, betont Rohwerder.

Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hatte bereits im Oktober gesagt, dass er ein beiderseitiges Interesse in der jetzt angestrebten Lösung mit Brumm sehe. Die Stadt würde die Miete sparen, und der Eigentümer könnte das Hotel als Unterkunft beispielsweise für Handwerker nutzen, so wie dies auch schon früher der Fall war. Dass will Brumm ab April angehen. Inzwischen sei deshalb auch den drei Vermietern des benachbarten Wohnhauses auf dem Grundstück gekündigt worden. Man wolle die großen Wohnungen, für die eine nicht mehr zeitgemäße Miete gezahlt worden sei, modernisieren. Eine Mieterin habe bereits eine neue Bleibe gefunden.

Von Oliver Kühn

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