Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Sehnde

Stadt sperrt Trampelpfade im Papenholz

Die Trampelpfade sind teils auch mit den von Stürmen geschädigten Bäumen versperrt worden.

Die Trampelpfade sind teils auch mit den von Stürmen geschädigten Bäumen versperrt worden.

Sehnde. Querfeldein geht es nicht mehr: Die Stadt hat jetzt die Trampelpfade im Papenholz aus Verkehrssicherungsgründen gesperrt – zum Teil mit Stämmen von Bäumen, die bei den beiden Stürmen „Xavier“ im Oktober und „Friederike“ im Januar stark geschädigt worden sind.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

In dem 1996 unter Schutz gestellten Sehnder Stadtwald gab es ursprünglich nur drei breitere Wege. Im Laufe der Zeit seien aber zahlreiche „Abkürzungsstrecken“ hinzugekommen, die nach und nach immer mehr zu fast offiziell anmutenden Wegen geworden seien, sagt Sabine Gambig vom städtischen Fachdienst Grünflächen und Umwelt. Bei solchen Trampelpfaden in einem Wald bestehe aber keine gesetzliche Kontrollpflicht der Wege und des angrenzenden Baumbestandes: „Das heißt, man betritt diese auf eigene Gefahr und setzt sich den typischen Gefahren im Wald aus.“ Gambig appelliert deshalb an die Sehnder, unbedingt auf den Hauptwegen zu bleiben.

In einem Wald gelte, anders als etwa in einem Park, eine zurückgesetzte Sicherungspflicht. Deshalb sei im Rahmen der Gefahrenabwehr bereits in den vergangenen Jahren versucht worden, die inoffiziellen Schleichwege mit vor Ort anfallenden Baumstämmen und Kronenholz zu sperren – was nur bedingt funktioniert. Von Schülern der benachbarten Kooperativen Gesamtschule etwa werden die Stämme dennoch gern als Sitzgelegenheiten in den Pausen genutzt. Auch ein Spaziergänger, der dort am Freitag mit seinem Hund unterwegs war, bezweifelt, ob sich die Waldbesucher an die Absperrungen halten. „Dann suchen sie sich einen anderen Weg und trampeln dabei das Unterholz nieder“, sagte er. So sei es nach einer ähnlichen Aktion vor 20 Jahren auch gewesen.

Nun hat eine Firma die Sperrung der Trampelpfade im südöstlichen Teil des Papenholzes fortgesetzt. Durch die Stürme der vergangenen Monate habe es viele Baumschäden gegeben, die aber nur in gravierenden Fällen beseitigt worden seien, erläutert Gambig: „Es ist kein erhaltenswerter Baum gefällt worden, wir sind da sehr zurückhaltend.“ Für die Sperrung der Wege würden vielmehr bereits umgestürzte oder stark geschädigte Bäume etwa mit ausgebrochenen Kronen und gerissenen Stämmen verwendet. Hinzu kämen die noch stehenden, zum Teil aber nicht mehr verkehrssicheren Stämme am Verbindungsweg zwischen den Straßen „Am Papenholz“ und „Am Stadion“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Papenholz soll aber weiterhin als innerörtlicher, naturnaher Stadtwald der Naherholung dienen. Denn der kleine Forst erfülle zusätzlich wichtige Funktionen im Naturhaushalt, sagt Gambig. Durch die Sperrungen würden darüber hinaus weitere Ruhebereiche als Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen.

Im Ortsrat Sehnde hatte Kurt Schwarzkopf (SPD) unlängst moniert, dass im Papenholz oft viel Müll liege. Er fragte, ob die Stadt nicht an die KGS herantreten könne, um eine wöchentliche Aufräumaktion mit den Schülern anzuregen. Das fand Ralf Marotzke (CDU) allerdings schwierig, weil ja auch andere Nutzer ihren Müll dort hinterließen. Auch Gambig appelliert nun an die Spaziergänger, nicht so viel Abfall zu hinterlassen.

Von Oliver Kühn

Mehr aus Sehnde

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.