Sehnde

Wahrendorff: Unter den Mitarbeitern brodelt es

Wegen eines Personalengpasses im Klinikum Wahrendorff werden aus der Tagesklinik an der Parkstraße in Lehrte Mitarbeiter abgezogen.

Wegen eines Personalengpasses im Klinikum Wahrendorff werden aus der Tagesklinik an der Parkstraße in Lehrte Mitarbeiter abgezogen.

Ilten. "Viele Mitarbeiter sind sehr unzufrieden", erklärt Betriebsratschef Hartmut Völger den Grund für die Zusammenkunft, an der rund 25 Beschäftigte teilgenommen haben. Wegen des Personalmangels sei die Fluktuation sehr hoch, auf vielen Stationen fehlten Mitarbeiter, die übrigen seien überlastet. "In Nachtdiensten ist manchmal nur einer für mehr als 20 Patienten zuständig", erklärte eine Teilnehmerin der Verdi-Veranstaltung. Um die Lücken zu schließen, ziehe die Geschäftsführung bereits Pflegepersonal aus den Tageskliniken ab, verdeutlicht Völger. Auch der menschliche Umgang sei "katastrophal", beklagte eine Teilnehmerin.

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Die Bezahlung weit unter dem Tarif des öffentlichen Dienstes (TVöD) sei ein weiterer Grund für den Personalmangel, sagt Völger. "Unter solchen Bedingungen ist es schwer, Mitarbeiter zu finden und zu halten." Die Gewerkschaft wolle die Mitarbeiter unterstützen, versprach Sehndes Verdi-Vorsitzender Reinhard Nold. Zu den nächsten Treffen sollen eine Rechtsanwältin und der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch eingeladen werden.

Die Geschäftsführung kann die Kritik nicht nachvollziehen. So seien die Gehälter in den vergangenen Jahren schon gestiegen, sagt Geschäftsführer Bernd Senger. Um konkurrenzfähig zu sein, habe man erst kürzlich ein Konzept zur Anhebung der Gehälter vorgelegt. Dabei wollte die Klinikleitung die auf dem Markt schwer umkämpften Gesundheitskrankenpfleger mit einer Zulage sogar in ein Gehalt über dem TVöD heben. "Das lehnte aber der Betriebsrat ab", so Senger. Eine gleichmäßige Anhebung für alle Mitarbeiter sei jedoch wirtschaftlich nicht tragbar, da man seit erst Kurzem schwarze Zahlen schreibe. Ein Gesundheitskrankenpfleger im Klinikum Wahrendorff verdient mit rund 2150 Euro aktuell etwa 350 Euro weniger als ein Angestellter im öffentlichen Dienst.

"Wir diskutieren seit Monaten, dass wir zu wenig Personal haben", räumt Senger aber ein. Einige Mitarbeiterinnen seien durch Schwangerschaft oder Wegzug ausgeschieden. Und eine Krankheitswelle führe derzeit zu vielen Ausfällen. "Da mussten wir vorübergehend Personal umschichten." Für die Stationen gebe es aber klare Standards und Personalschlüssel, "die wir auch vor den Krankenkassen rechtfertigen müssen", ergänzt Chefarzt Marc Ziegenbein. Senger bedauert vor allem die Kritik am menschlichen Umgang im Unternehmen. "Davon hatten wir bisher keine Kenntnis", sagt er. Auch dafür biete die Geschäftsführung regelmäßig Sprechstunden an.

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