Springe

Au-Pair-Oma berichtet von Erfahrungen in Kanada

Christa Gassmann bewarb sich über die Hamburger Agentur Granny Au-pair um ihren Gastaufenthalt.

Christa Gassmann bewarb sich über die Hamburger Agentur Granny Au-pair um ihren Gastaufenthalt.

Springe/Eldgagsen. Vor sieben Jahren begann für Christa Gassmann ein ganz besonderes Abenteuer: Die damals 72-jährige Springerin verbrachte mehrere Monate im fernen Kanada – um Kinder zu betreuen.

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„Es war mir in meinem Alter wichtig, das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden“, sagte sie nun während eines Erfahrungsberichts bei den Landfrauen Eldagsen/Holtensen. Über die Hamburger Agentur Granny Au-pair hatte sich die Rentnerin um eine neue Herausforderung beworben.

Granny Au-pair vermittelt Frauen, die über 50 Jahre alt sind, an Gastfamilien auf der ganzen Welt. Wohin es gehen soll und wie lange die Gastomas in der Familie bleiben, entscheiden die Bewerberinnen selbst. Nicht nur die Aufenthaltsdauer, auch die Kosten sind abhängig von der Gastfamilie und werden nicht von der Agentur festgelegt: „Das muss man selbst verhandeln“, sagte Gassmann.

Die Gastfamilien übernehmen Kost und Logis, bezahlen oft den Flug und sogar ein kleines Taschengeld. Letzteres lehnte Gassmann ab, denn „auch hier hätte ich Kosten gehabt“.

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Genau ein solches Abenteuer habe sie sich bereits lange gewünscht, sagte Gassmann. In der Volkshochschule hatte die heute 79-Jährige erst spät Englisch gelernt, doch niemanden gehabt, mit dem sie die Sprache üben konnte. Ihre Tochter stieß zufällig auf die Annonce der Agentur. Nachdem Gassmann einen Fragebogen ausgefüllt hatte, fiel ihre Wahl auf eine Familie in Rossburn. In der kanadischen Provinz Manitoba konnte sie mehrere Monate ihre Qualitäten als Großmutter unter Beweis stellen.

Guter Kontakt zur Gastfamilie

„Es gibt schon Unterschiede“, erzählte sie. „Vieles ist teurer. Vieles schmeckt ganz anders.“ Trotz der Differenzen wurde Gassmann zur Wiederholungstäterin: Bei einem weiteren Aufenthalt war sie aber besser vorbereitet: „Ich brachte aus Deutschland Kuvertüre, Backpulver und einen vernünftigen Messbecher mit.“

„Ich hatte eine tolle Familie und pflegeleichte Kinder. Wir haben uns super verstanden“, berichtete sie rückblickend über ihre Gastfamilie, zu der sie immer noch Kontakt pflegt.

Dass nicht jede Au-pair-Oma ein solches Glück hat und nicht immer alles so klappt wie erhofft, kenne sie aus Erzählungen. Eine Au-pair, die nach Kairo gereist war, „wurde dort wie eine Dienstbotin behandelt und brach das Programm schnell ab“. Weil die Programmteilnehmerinnen jedoch nicht vertraglich gebunden seien, können sie jederzeit die Koffer packen. Viele Befürchtungen hatte Gassmann im Vorfeld nicht. „Ich habe nur gehofft, dass es auf dem Flughafen mit dem Umsteigen klappt“, sagte sie. Trotz der Kinder und Hausarbeit fand sie den Aufenthalt in Kanada erholsam: „Es war wie Urlaub.“

Trotz Arbeit erholsam

Sie habe das Land aus einer Perspektive jenseits der Touristenströme kennengelernt. Besondere Erinnerung hat Gassmann an die beeindruckende Natur Kanadas und an die Polarlichter. Diese seien schon auf Bildern schön, aber „wenn Sie die Polarlichter in der Natur sehen, bekommen Sie Gänsehaut“.

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Zurück im heimischen Springe musste sie sich wieder an die Enge gewöhnen, erzählt sie. In Kanada seien die Entfernungen ganz anders gewesen – und man habe viel mehr Raum gehabt.

Gassmann bereut ihre Entscheidung nicht und möchte ihre positiven Erfahrungen nun weitergeben und Mut machen, ihrem Beispiel zu folgen.

Von Patricia Szabo

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