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Bennigsen

Bennigsen soll neue Blühstreifen bekommen

Eine Biene sucht an der Blüte einer Sonnenblume nach Nahrung.

Eine Biene sucht an der Blüte einer Sonnenblume nach Nahrung.

Bennigsen.Es sollte eine Initialzündung sein, um in Bennigsen Blühinseln gegen das Insektensterben anzulegen: Michael Bogolte und Christian Albert vom Springer Naturschutzbund (Nabu) haben in der Sitzung des Bennigser Ortsrats am Dienstagabend dafür geworben, den Süllbergort zum Wohl der Tierwelt bunter und nektarreicher zu entwickeln. An welchen Stellen nahrungsspendende Pflanzen ausgebracht werden können, will Ortsbürgermeister Jörg Niemetz nun mit den Mitgliedern des Bennigser Ortsrats sowie mit den Vertretern der Stadtverwaltung erörtern.

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Einige Vorschläge hatte Albert, Vorstandsmitglied der Nabu-Stiftung Springe, in dieser Hinsicht schon parat. So könnten Areale mit nahrungsreichen Wildblumen etwa an dem neu gestalteten Spielplatz Zur Schille, auf dem Friedhof oder an den Ortsausgängen angelegt werden. Auch ein Teil der Freifläche im Freibad wäre denkbar, sagte Albert. Die Bennigser Feuerwehr habe signalisiert, dass im Norden des Geländes, wo einst Hecken standen, ein langer Blühstreifen angelegt werden könnte.

Aber auch jeder Bennigser selbst könne einen wichtigen Beitrag leisten, indem er in seinem eigenen Garten auf einer kleinen Fläche Wildblumen aussät, betonte Albert. Passende Mischungen hatten die beiden Naturschützer gleich in die Ortsratssitzung mitgebracht, um sie direkt an die Mandatsträger und die wenigen Zuhörer zu verschenken, die in den Mehrzweckraum der Süllbergsporthalle gekommen waren. Statt Steinen im Vorgarten und versiegelten ungenutzten Flächen soll es mit dem Nabu-Projekt zumindest stellenweise insektenfreundlichen Wildwuchs geben. Die Wildstaudenmischung, die der Nabu zu diesem Zweck kostenlos verteilt, reicht für einen Quadratmeter blühender Vielfalt und neuen Lebensraums.

Albert warb dafür, dass der Bennigser Ortsrat Geld für Wildblumen-Saatgutmischungen zur Verfügung stellen möge. Mit dem eigenen klangvollen Slogan „Bennigsen blüht auf“ könnten diese Samenpäckchen für den Süllbergort sogar individuell gestaltet werden. Mit dem Logo „Springe blüht auf“ gibt es die Saatgutmischungen bereits, Nabu-Mitglieder werden sie im März auf dem Springer Marktplatz verteilen. Albert erinnerte auch daran, dass die Stiftung des Nabu brach liegende Flächen erwerben könnte, um sie dann entsprechend naturnah anzulegen. „Wir freuen uns, wenn wir von entsprechenden Möglichkeiten erfahren“, sagte der Bennigser.

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Dass es bitter nötig ist, Insekten, Bienen, Hummeln oder auch Schmetterlingen neue Nahrungsquellen zu erschließen, machte der eindrucksvolle Vortrag von Bogolte deutlich. Denn die sogenannte Krefelder Studie habe ergeben, dass binnen 27 Jahren die Biomasse an Fluginsekten um 75 Prozent zurückgegangen sei, führte Bogolte aus. Lebensraumzerstörung der Insekten, Monokulturen in der Landwirtschaft, Überdüngung durch Nitrate sowie der Einsatz von Insektiziden und Herbiziden zählen zu den Ursachen. Der Naturschützer forderte aber auch die Mitarbeiter der Springer Stadtverwaltung auf, beim Rückschnitt von Sträuchern und Hecken mit Bedacht vorzugehen. So sei es für Insekten fatal, wenn eine Heckenbepflanzung – wie etwa im Bereich der Warener Straße in Springe geschehen – auf ihrer ganzen Länge komplett „auf den Stock gesetzt“ würde. Vielmehr warb er dafür, eine Hecke abschnittsweise und dann von Jahr zu Jahr wechselnd zu schneiden. Geschlüpfte Wildbienen etwa müssten in einem Radius von 300 Meter Nahrung finden, sonst verhungerten sie.

Von Anne Brinkmann-Thies

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