Springe

Wo soll der neue Wertstoffhof entstehen? Politiker drängen auf Lösung

Blick auf das Gelände des Springer Wertstoffhofs: Er soll wachsen – oder umziehen.

Blick auf das Gelände des Springer Wertstoffhofs: Er soll wachsen – oder umziehen.

Springe. Schon vor mehr als einem halben Jahr wollte Entsorger Aha einen Vorschlag für den Neubau des Springer Wertstoffhofs vorlegen. Doch bis heute gibt es von dem Unternehmen keine offiziellen Infos. In der Standortdebatte gibt es hinter den Kulissen aber offenbar einen Favoriten.

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Man könne, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich, „keine weiteren Neuigkeiten mitteilen“. Sobald es weitere Informationen gebe, werde man die Öffentlichkeit informieren. Dabei wüsste viele gern, was mit dem zu kleinen und veralteten Springer Wertstoffhof an der Oppelner Straße passiert. Dass er neu gebaut oder deutlich erweitert werden muss, ist schon lange klar. Aber wo?...-..-

Aktueller Standort hat wenig Chancen

Konsens scheint hinter den Kulissen darüber zu herrschen, dass der aktuelle Standort kaum noch eine Chance hat. Dort sind nicht nur der Kauf der angrenzenden Grundstücke und das nahe Wasserschutzgebiet eine Herausforderung.

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Auch die Straßenführung gilt als wenig attraktiv: Anfahrender und abfahrender Verkehr kommen einander ins Gehege – genau wie Lkw, die Container leeren. Für eine grundlegend geänderte Verkehrsführung müssten Feldwege ausgebaut werden. Weiteres Argument gegen die aktuelle Fläche: Würde sie umgebaut, gäbe es für lange Zeit gar keinen Wertstoffhof im Stadtgebiet. Das Problem: Lange hatte es nur eine Alternative gegeben: den Umzug nach Eldagsen auf eine Fläche nahe des aktuellen Regiobus-Betriebshofs. Doch während die Idee in vielen Ortsteilen durchaus auf Gegenliebe stieß, war vor allem in der Kernstadt die Gegenwehr groß: Ein Wertstoffhof gehöre in den größten Ortsteil, argumentierten die Befürworter. Sogar die beiden CDU-Verbände in Eldagsen und Springe entzweite die Debatte inhaltlich ein wenig.

Aha bevorzuget bislang Eldagsen – doch es gibt einen weiteren Favoriten

Aha-intern galt der Standort Eldagsen durchaus als Vorzugsvariante: Dort könne der Verkehr besser an- und abfließen: Zum einen, weil es eine besser getrennte Zu- und Ausfahrt gibt, zum anderen, weil während der Containerleerung per Lkw nicht der ganze Hof geschlossen werden muss – momentan ist das etwa zehnmal am Tag der Fall.

Im Frühjahr tauchte dann eine dritte Fläche auf: ein Feld nördlich des bisherigen Nordeon-Standorts, gelegen quasi zwischen Firmenflächen und Deister. Dass dieses Grundstück nun auch in der Prüfung ist – untersucht werden etwa Kauf- und Investitionskosten – ist wohl ein Grund für die Verzögerungen.

Fläche nördlich Nordeon Favorit

Einer, der den möglichen neuen Kernstadt-Standort bereits in Augenschein genommen hat, ist der SPD-Regionsabgeordnete Brian Baatzsch. Ihm gefällt die Idee: „Die Fläche nördlich des früheren Nor­deon-Standorts wäre eine Möglichkeit, einen modernen und gut erreichbaren Wertstoffhof zu schaffen.“ Das Gelände wäre über Rathenaustraße und Zum Lausebrink von zwei Seiten anfahrbar und auch die Industriestraße könnte den zusätzlichen Verkehr aufnehmen; von der B 217 aus sind es nur wenige Minuten. Nach Informationen dieser Zeitung gilt die Fläche auch bei Aha und in der Regionspolitik als Favorit – schließlich vereint sie den Kernstadt-Standort mit den Vorteilen eines Neubaus in Eldagsen.

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Groseck plant Anfrage auf Abfallwirtschaftsausschuss zu stellen

Der CDU-Regionsabgeordnete Oliver Groseck möchte die Sitzung des Abfallwirtschaftsausschusses der Region Hannover am Dienstag, 28. Juni, nutzen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Sollte das Thema „Moderner Wertstoffhof für Springe“ nicht planmäßig behandelt werden – wonach es laut Tagesordnung aussieht – werde er eine Anfrage stellen, versprach er jetzt seinem Springer Ortsrat am Mittwochabend. Ortsbürgermeister Uwe Lampe (parteilos) hatte zuvor bei der Aha den aktuellen Sachstand abgefragt. „Das Thema interessiert uns schließlich alle“, begründete er. Bis zur Springer Politik sei zuletzt eher wenig durchgesickert. In Hannover habe man ihm dann bestätigt, so Lampe, dass nach wie vor mehrere Grundstücke infrage kommen. Und: „Es stehen auch Gespräche über einen Grundstückserwerb an.“

Reduzierung auf Grüngutannahmestelle ist keine Alternative

Lampe betont: „Jeder Bürger soll wissen: Wir haben das Thema auf der Agenda und wollen es hier in der Kernstadt umgesetzt haben. Darauf legen wir Wert.“ Er werde sich „nicht auf das schmale Brett runterreduzieren lassen“, dass sich die Kernstadt mit einer Grüngutannahmestelle begnüge – eine Variante, die zwischenzeitlich im Gespräch war.

Christdemokratin Vera Weber wunderte sich, warum der jetzige Standort des Obdachlosenheims Im Reite nicht stärker in den Fokus rückt. Das Gelände liegt genau neben dem aktuellen Wertstoffhof. Bei einer Ortsbesichtigung zusammen mit Margarete Kemper von den Grünen habe es Signale dahingehend gegeben, dass die Fläche gut für den neuen Recyclingplatz geeignet sei. Das Obdachlosenheim muss ohnehin neu gebaut werden, was auch auf einem anderen Gelände passieren könnte. Ob die Aha das Grundstück auf ihrer Liste hat, konnte während der Ortsratssitzung nicht geklärt werden.

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Widerstand durch Bürger bei Rathenaustraße: Sie befürchten Lärm

Gegen den möglichen neuen Wertstoffhof-Standort an der Rathenaustraße (nördlich von Nordeon) regt sich bereits Widerstand: Bei Ortsbürgermeister Uwe Lampe haben sich seit Bekanntwerden der Pläne Springer gemeldet, die zwar 800 bis 900 Meter entfernt wohnen, aber zu viel Lärm in der Nachbarschaft befürchten.

Guido Tegtmeyer von den Freien Wählern umschreibt das Wertstoffhof-Dilemma so: „Jeder möchte ihn hier in der Kernstadt haben, aber bloß nicht vor der eigenen Haustür.“ Wie das gelingen soll, sei ihm schleierhaft – zumal die Fläche oberhalb von Nordeon im freien Feld liegt.

Von Christian Zett und Marita Scheffler

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