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Springe

Wo darf man in Springe böllern?

In der Innenstadt ist Böllern erlaubt.

In der Innenstadt ist Böllern erlaubt.

Springe.Böllern ist in der Silversternacht erlaubt, das ist klar. Aber wo darf das Feuerwerk gezündet werden – und wann. Und ist die Kernstadt wegen der vielen Fachwerkhäuser dort dabei tabu?

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Über diese und andere Fragen rund um das Thema Feuerwerk an Silvester hat unser Redakteur Ralf T. Mischer mit der Fachbereichsleiterin Hanna Kahle von der Stadt über die gültige Rechtslage gesprochen.

Ist das Böllern und Abfeuern von Raketen in der Innenstadt nun verboten – oder erlaubt?

Kahle: Wie das immer so ist bei solchen Fragen, die lassen sich nicht immer klar mit Ja oder Nein beantworten. Es kommt drauf an.

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Worauf denn?

Darauf, an welchen Tagen geböllert werden soll. Grundsätzlich ist es für Leute verboten, die keine Ausnahmegenehmigung haben, an anderen Tagen als am 31. Dezember und am 1. Januar zu böllern – oder Raketen abzuschießen. An Silvester und an Neujahr dürfen das alle, die über 18 sind. Es muss aber vernünftig mit den Feuerwerkskörpern umgegangen werden.

Was heißt das?

Man darf nicht fahrlässig oder vorsätzlich andere Menschen gefährden. Zum Beispiel, indem man Raketen in einer Menschenmenge abfeuert oder Böller irgendwo hinwirft oder eben besonders geschützte Gebäude bewirft oder mit Raketen ins Visier nimmt.

So wie die Fachwerkhäuser in der Kernstadt?

Das kommt auf die Gefährdungslage an. Häuser mit Reetdächern sind besonders gefährdet, weil die durch ihr Dach schnell in Brand geraten können. Die haben wir hier aber nicht. Allerdings haben wir Fachwerkhäuser. Da ist es so wie bei allen Häusern mit Satteldächern: Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist grundsätzlich nicht verboten, es kann aber gefährlich werden, wenn eine Rakete unter das Dach fliegen kann. Die Gefährdungslage bei Fachwerkhäusern ist aber nicht zwingend höher als bei normalen Häusern.

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Es ist also nicht verboten in der historischen Innenstadt?

Jedenfalls nicht per se.

Aber?

Wenn man seine Raketen in einem besonders günstigen Winkel abschießt, dann gibt es ein Risiko. Man muss also aufpassen.

Wer kontrolliert all das?

Die Polizei überwacht das, die geht ja ohnehin auf Streife. Und die gibt Meldungen über Vorfälle oder Unfälle weiter und nimmt die Meldungen auf. Danach folgt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, und dem geht dann die Stadt, also das Ordnungsamt, nach.

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Was ist, wenn jemand beim falsch Böllern erwischt wird?

Es kann ein Bußgeld von bis zu 10 000 Euro verhängt werden. Darüber hinaus gibt es eine gebührenpflichtige Verwarnung in Höhe von bis zu 55 Euro.

Und wenn tatsächlich ein Haus abbrennt, wer zahlt dann?

Wenn etwas passiert, kann man oft den Verursacher nicht ermitteln. Wenn er doch ermittelt wird, haftet er für das, was er verursacht hat.

Was müssen die Bürger von Springe am Tag danach beachten – wer muss aufräumen und wann?

Aus der Straßenreinigungsverordnung ergibt sich für ihn, wann er vor seinem Grundstück saubermachen muss. Und das gilt auch für Silvestermüll. Selbst wenn er nicht derjenige war, der vor seinem Grundstück geböllert hat, muss er den Müll wegräumen, wenn der Verursacher nicht mehr feststellbar ist.

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Dann sind die Leute auf dem Marktplatz, auf dem sich oft viele Leute versammeln, gekniffen?

Genau, die Anlieger müssen im Zweifelsfall hinterher Ordnung schaffen. Übrigens immer bis zur Straßenmitte, so wie beim normalen Kehren.

Wer das nicht macht?

Der handelt entgegen der Straßenreinigungsverordnung und ihm droht eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro.

Wenn nichts passiert, dann muss die Stadt ran?

Genau, als Ersatzmaßnahme. Es gab ja auch schon Jahre, wo über Silvester Schnee gelegen hat, wenn dann geknallt wird, liegen die Feuerwerkskörper unterm Schnee. Und werden erst sichtbar, wenn der Schnee taut, dann tauchen die ganzen Dinger wieder auf.

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Aus den Augen, aus dem Sinn. Kann man da nichts machen?

Man könnte weniger böllern ...

Von Ralf T. Mischer

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