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Uetze

Häusliche Gewalt: Rat verfünffacht Zuschuss für Frauenberatungsstelle

Die AWO will Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, mehr Beratung ermöglichen.

Die AWO will Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, mehr Beratung ermöglichen.

Uetze.Die Gemeinde Uetze wird ihren Zuschuss an die Frauenberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze erhöhen. Das hat der Rat nach kontroverser Diskussion bei vier Gegenstimmen beschlossen.

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Entsprechend dem Konzept der Region Hannover für die Vereinheitlichung der Förderung der Frauenberatungsstellen in der Region wird der Zuschuss aus Uetze an die AWO-Beratungsstelle im nächsten Jahr von 3200 auf 16.300 Euro steigen und danach jährlich um 2 Prozent. Mit diesem Konzept will die Region Hannover die Istanbul-Konvention umsetzen, die auch von Deutschland ratifiziert worden ist. Die Konvention soll helfen, Frauen vor allen Formen der Gewalt zu schützen. Ein blaues Auge sei offensichtlich, sagte die neue Gleichstellungsbeauftragte Ann-Kristin Drewke. Psychische Gewalt sehe man Frauen hingegen oft nicht an.

Sprechzeit in Hänigsen soll bleiben

„Wenn Sie die Förderung nicht genehmigen, wird es wohl im nächsten Jahr die hart umkämpfte Sprechzeit in Hänigsen nicht mehr geben“, gab die Gleichstellungsbeauftragte dem Rat zu bedenken. Bei einer Erhöhung der Zuschüsse hingegen komme ein Angebot der AWO-Frauenberatungsstelle , die ihren Stammsitz in Lehrte hat, an einem zweiten Standort in der Gemeinde hinzu.

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„Wir werden in unserer bunten Koalition bunt abstimmen“, kündigte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Rentz an. Er selbst lehnte die Erhöhung der Förderung ab. Seiner Meinung nach gibt es in der Region Hannover bereits ein gut ausgebautes Beratungsnetz, zu dem beispielsweise das Jobcenter, die Familien- und die Schuldnerberatung zählen. Die Verfünffachung des Zuschusses werde nicht verhindern, dass auch künftig Frauen geschlagen würden, sagte Rentz. Ihm hielt Bürgermeister Werner Backeberg (SPD) entgegen, dass Schutzsuchende aus der Gemeinde Uetze bislang relativ weite Wege zu Beratungsstellen hätten.

Kritik an der Höhe des neuen Zuschusses

„Auch für uns steht außer Frage, dass die AWO-Beratungsstelle gute Arbeit macht“, ergriff Ulf-Hendrik Schrader (Freie/FDP) das Wort. Er kritisierte die Verfünffachung des Zuschusses: „Es fehlt das Augenmaß.“ Der Rat einer verschuldeten Gemeinde sei zur Sparsamkeit verpflichtet. Das Geld, das die Gemeinde zusätzlich für die Frauenberatung ausgebe, fehle an anderer Stelle. „Man kann einen Euro nur einmal ausgeben“, sagte Schrader. Ihm hielt Marion Friemel (SPD) entgegen, dass es bei der Frauenberatungsstelle Wartezeiten gebe. „Bei Gewalt geht es um schnelle Hilfe“, betonte Friemel. Sie und ihre Fraktionskollegin Thordies Hanisch hoben hervor, dass es auch um Prävention gehe: Wenn eine Frau erst Opfer von Gewalt geworden sei, entstünden hohe Folgekosten.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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