Uetze

Historisches Küsterhaus darf Kita werden

Die Südseite des Küsterhauses: Der Garten wird zum Spielplatz umgestaltet. Hinter dem rechten Tor befindet sich die Scheune, die  Speiseraum für alle Kita-Kinder wird. Das Tor selbst wird durch eine Tür mit torähnlichem Charakter ersetzt.

Die Südseite des Küsterhauses: Der Garten wird zum Spielplatz umgestaltet. Hinter dem rechten Tor befindet sich die Scheune, die Speiseraum für alle Kita-Kinder wird. Das Tor selbst wird durch eine Tür mit torähnlichem Charakter ersetzt.

Uetze. Das Küsterhaus der evangelischen Kirchengemeinde, ein denkmalgeschütztes Gebäude des Baumeisters Conrad Wilhelm Hase aus dem Jahr 1867, kann Kindertagesstätte werden. Der Denkmalschutz hat jetzt grünes Licht für die geänderten Umbaupläne gegeben.

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Eigentlich wollte die Kirchengemeinde schon in diesem Oktober ihre Kindertagesstätte mit 25 Kindergarten- und 15 Krippenplätzen eröffnen. Doch der Umbau des denkmalgeschützten Küsterhauses mitten in Uetze ist schwieriger als erwartet. Denn die Anforderungen des Denkmalschutzes, die Auflagen für den Brandschutz und den Kitabetrieb in punkto Sicherheit, Hygiene, Lichtverhältnisse, Platz und nicht zuletzt der Energieeinsparverordnung müssen unter einen Hut gebracht werden. „Es hat an einigen Stellen geharkt“, sagt Diakonin Karin Lawrenz.

Diese herrlich gearbeitete Holztreppe ist so alt wie das Küsterhaus selbst

Diese herrlich gearbeitete Holztreppe ist so alt wie das Küsterhaus selbst.

Mit den ersten Umbauplänen konnten sich die Denkmalschützer nicht anfreunden. Sie pochten auf einen weitreichenden Erhalt der historischen Bausubstanz. Lawrenz nennt Beispiele: Das Scheunentor kann zwar so nicht erhalten bleiben, aber die neue Tür, die energetischen und sicherheitstechnischen Anforderungen genügt, muss die Anmutung eines Scheunentors haben. Die geplanten Gauben auf der Nord- und Südseite des Daches müssen so gestaltet werden, dass sie zum Stil des Küsterhauses passen. „Das bedeutet, wir müssen das gesamte Dach inklusive Dachstuhl erneuern“, erläutert Lawrenz.

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Der Umbau nach den neuen Plänen kostet die Kirchengemeinde weit mehr als zunächst erwartet. Hinzukommt der Bauboom, der die Kosten für die Handwerkerleistungen in den Höhe schnellen lässt. Finanziert werde das Projekt neben einen Eigenanteil der Kirche über Darlehn, die mit den Mieteinnahmen bedient werden sollen, erklärt Eva Brandes vom Kirchenkreisamt in Burgwedel: „Deshalb musste die Miete, die im Vorvertrag mit der Gemeinde Uetze festgesetzt war, noch einmal erhöht werden.“

Dieser Änderung habe der Verwaltungsausschuss der Kommune in seiner Feriensitzung zugestimmt, berichtet Bürgermeister Werner Backeberg. „Denn die Kosten sind im Rahmen dessen, was wir auch für unsere Kitas ausgeben müssen.“ Auch die Kirchengemeinde hat laut Brandes ihren Anteil an den Betriebskosten erhöht. Es ist die erste evangelische Kindertagesstätte in der Gemeinde Uetze. Träger wird der Kirchenkreis Burgdorf sein. Das Küsterhaus bleibt Eigentum der Kirchengemeinde Uetze-Katensen.

Die Nachbesserungen bei den Umbauplänen und die Nachnutzung als Kita haben laut Brandes letztendlich dazugeführt, dass die Denkmalschützer sich geöffnet haben. „Jetzt können wir den Bauantrag stellen“, sagt Lawrenz. „Als Eröffnungstermin der Kita peilen wir nun den 1. Oktober 2019 bis 1. Januar 2o20 an. Denn bis aufs Dach sind nur Innenarbeiten erforderlich, deshalb hoffen wir, dass wir trotz des Baubooms Handwerker für die Wintermonate bekommen.“

Karin Lawrenz an der Tür auf der Westseite des Küsterhauses

Karin Lawrenz an der Tür auf der Westseite des Küsterhauses: „Auch sie bleibt natürlich erhalten.“

„Wenn wir keine sinnvolle Nachnutzung, die sich die Gemeinde leisten kann, gefunden hätten, müssten wir das Küsterhaus aufgeben“, stellt die Gemeindediakonin klar. Dabei sei es so ein schönes Gebäude und liege zudem noch mitten im Ort. „Die Atmosphäre des Hauses ist wunderbar, es ist ein ganz tolles Arbeiten dort“, sagt Lawrenz, die ein Büro im Küsterhaus hat. Sie beginnt in diesen Tagen bereits mit dem Packen für den Umzug ins alte Spritzenhaus, wo sie für die Menschen zu erreichen ist.

„Es war ein herausfordernder und konstruktiver Planungsprozess und insgesamt sehr positiv“, zieht Eva Brandes Bilanz. „Das hat man nicht so oft, dass alle bereit sind, eine Lösung zu finden.“

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Die Umbaupläne für das Küsterhaus

Beim Umbau des Küsterhauses bleiben viele Details des Hase-Baus erhalten – etwa die Außenfassaden, die Holztreppe, die mit grünen, glasierten Fliesen eingefassten Türöffnungen und der großzügige Raum mit der spitz zulaufenden holzgetäfelten Decke. Dieser wird laut Gemeindediakonin Karin Lawrenz nicht in die Kita integriert, sondern bleibt Versammlungsraum, zum Beispiel für die Kirchengemeinde. Das Erdgeschoss wird für die Krippe mit Spiel- und Schlafbereich, mit Sanitär- und Winkelraum umgebaut. Das Scheunentor wird der Haupteingang für die gesamte Kita. Von dort geht es ins Treppenhaus und zum Aufzug ins Obergeschoss, wo die Kindergartenkinder einziehen. Gauben im Süden und Norden des Daches sollen Licht in diese Räume bringen. Im Obergeschoss werden auch die Mitarbeiterräume eingerichtet.

Die im Küsterhaus integrierte Scheune wird der Speiseraum für alle Kinder. In den Nebengelassen auf der Ostseite der Scheune wird die Küche zum Erwärmen und Verteilen des Mittagessens eingebaut. Hinter dem Küsterhaus befindet sich ein großer Garten – ein idealer Platz zum Spielen.

Von Anette Wulf-Dettmer

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