Uetze

Vom Baumriesen bleibt nur der Stumpf

Der Stumpf der gefällten Eiche hat einen Durchmesser von fast zwei Metern.

Der Stumpf der gefällten Eiche hat einen Durchmesser von fast zwei Metern.

Uetze. „Mein Freund, der Baum, ist tot. Er fiel im frühen Morgenrot.“ Dieses Lied der Schlagersängerin Alexandra fällt vielleicht manchem Uetzer ein, der in diesen Tagen am Alten Friedhof vorbeikommt. Die Gemeinde hat die ortsbildprägende mächtige Eiche, die einen Stammumfang von rund sechs Metern hatte und in dem Park direkt an der Nordmannstraße stand, von einer Firma fällen lassen.

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„Der Bauhof hat mich auf Schäden am Baum aufmerksam gemacht“, berichtet Johannes Leßmann, Umweltsachbearbeiter der Kommune. Daraufhin habe er sich die Eiche angesehen. Dabei habe er einen Riss im Stamm festgestellt, der vermutlich beim jüngsten Sturm entstanden sei. „Das war eine Gefahr für die Parkbesucher und den Straßenverkehr“, sagt Leßmann. Weil der Baum auseinander zu brechen drohte, habe die Verwaltung eine Firma mit dem Fällen des Baumes beauftragt.

Die Eiche war ein sogenannter Zwiesel, bei denen sich zwei Äste zu Stämmen entwickelt haben. Bei solchen Bäumen sind Risse laut Leßmann nichts Ungewöhnliches. „Das Problem ist, dass die Gewichte beider Stämme gegeneinander arbeiten“, erläutert der Umweltsachbearbeiter. In die Risse könne Regenwasser eindringen. Die Folge: In kurzer Zeit bildeten sich Pilze, und der Baum fange an, innen zu faulen. Das sei auch schon bei der gefällten Eiche der Fall gewesen. Der übrig gebliebene Stumpf, mit einem Durchmesser von fast zwei Metern hat, weist eine morsche Stelle auf.

„Der Baumstumpf wird noch weggefräst, um die Fläche einebnen zu können“, kündigt Leßmann an. Auf jeden Fall werde die Gemeinde eine neue Eiche pflanzen – voraussichtlich im Frühjahr. Dazu ist die Kommune gemäß dem Vertrag mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Uetze über die Nutzung des ehemaligen Friedhofs als Park sogar verpflichtet. Die Kirchengemeinde ist nach wie vor Eigentümer des Grundstücks. In dem Vertrag hat sich die Kommune zur Pflege der ehemaligen letzten Ruhestätte verpflichtet. Als Gegenleistung pflegt die Kirchengemeinde die Soldatengräber auf dem Uetzer Friedhof.

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Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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