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Uetze

Wasserverband fordert jetzt Schadensersatz

Nach der Havarie in der Uetzer Kläranlage wird der Schwimmschlamm im Belebungsbecken abgezogen.

Nach der Havarie in der Uetzer Kläranlage wird der Schwimmschlamm im Belebungsbecken abgezogen.

Uetze. Der Wasserverband Peine verklagt den Verursacher der Betriebsstörung in der Uetzer Kläranlage im Februar 2017 auf Schadensersatz. Nach Auskunft seiner Sprecherin Sandra Ramdohr geht es bei der Regressforderung „um einen niedrigen sechsstelligen Betrag“. Wegen des derzeit noch laufenden Verfahrens will der Wasserverband keine weiteren Auskünfte zu der Klage geben.

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Nach Kenntnis dieser Zeitung war am 7. Februar 2017 Altöl aus einem Recyclingunternehmen zunächst ins Kanalnetz und dann in das Uetzer Klärwerk gelangt. Die Abwasserreinigungsanlage an der Landstraße Uetze-Bröckel kippte um. Sie war biologisch tot.

Laut Ramdohr hatte die Überwachungsanlage des Klärwerks an dem Tag eine außergewöhnliche Belastung festgestellt. Der Wasserverband habe sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet. „Der Zustrom in die Anlage aus dem betroffenen Kanalsystem wurde gestoppt. Das dortige Abwasser wurde abgesaugt und entsorgt. Zudem wurden der Kanal und die betroffenen Hauptpumpwerke intensiv gespült“, berichtet Ramdohr.

Im Belebungsbecken war sogenannter Schwimmschlamm entstanden. Ihn mussten Mitarbeiter des Verbands abziehen. Auch den übrigen verunreinigten Klärschlamm konnten sie nicht in die benachbarte Klärschlammvererdungsanlage leiten. Sie mussten ihn in eine Verbrennungsanlage geben.

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Um die Kläranlage wieder hochzufahren, musste der Wasserverband Fäll- und Bindemittel einsetzen. Für das Belebungsbecken holte der Wasserverband neuen Schlamm aus den Klärwerken Plockhorst und Edemissen und sogar aus der Kläranlage Gümmerwald bei Hannover.

„Es dauerte mehrere Wochen, bis die Anlage in Uetze wieder wie gewohnt funktioniert hat“, erinnert sich Ramdohr. In der Zeit habe der Verband ein intensives Messsystem im Kanal und auf der Abwasserreinigungsanlage betrieben, um die einzelnen Prozessschritte bei der Schmutzwasserbeseitigung zu überwachen.

Als Olaf Schröder, Geschäftsführer des Wasserverbands, die Uetzer Ratsmitglieder im Herbst 2017 über den Vorfall informierte, bezifferte er den Schaden mit rund 235.000 Euro. Er ging damals davon aus, dass der Verband nicht alle zusätzlichen Kosten – zum Beispiel den erhöhten Personalaufwand – bei den Regressforderungen geltend machen könne. Der Störfall war ein Grund dafür, dass die Gewinn- und Verlustrechnung 2017 für die Abwasserbeseitigung in der Gemeinde Uetze mit einem Minus von 520.000 Euro abschloss.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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