Wedemark

Hähnchenmaststall - Grüne üben Kritik

Hähnchenmast ist für manche Landwirte ein wichtiger Betriebszweig.

Hähnchenmast ist für manche Landwirte ein wichtiger Betriebszweig.

Elze. Im Außenbereich von Elze will ein ansässiger landwirtschaftlicher Betrieb seine beiden bisherigen Masthähnchenställe um zwei weitere Gebäude erweitern. Er wird damit von 79.000 Tierplätzen, so heißt es im Genehmigungsantrag an die Region Hannover und die Gemeinde Wedemark, auf insgesamt 164.000 Mastplätze in den Ställen aufstocken - und zugleich insgesamt den Standort modernisieren.

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Was genauer darunter zu verstehen ist, können Interessierte auch in den Antragsunterlagen einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfung lesen, die vom 18. Januar bis einschließlich 17. Februar im zweiten Obergeschoss des Rathauses in Mellendorf öffentlich ausliegen. Im Zuge der Erweiterung sind auch Abluftreinigungssysteme für alle vier Stallanlagen vorgesehen, außerdem will der Landwirt eine Mistlagerhalle, zwei Reinigungswasserauffanggruben, vier Futtermittelsilos und einen Flüssiggastank errichten.

Der Antragsteller sieht seinen Standort mit der Investition künftig emissionsärmer als vorher. „Wenn es Bürger gibt, die Verständnisfragen haben, bin ich jederzeit bereit, dies alles in persönlichen Gesprächen zu erläutern“, sagte er am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung.

Genehmigungsbehörde für das Verfahren ist die Region Hannover und dort das Team Immissionsschutz; gleichwohl waren Ortsrat und Gemeindeverwaltung damit befasst. „Es steht aus unserer Sicht dem Vorhaben rechtlich nichts im Wege; Errichtung und Betrieb der geplanten Anlagen sind bauordnungs-, denkmal- und bauplanungsrechtlich genehmigungsfähig. Deshalb hat die Gemeindeverwaltung die Baugenehmigung erteilt“, erläuterte Gemeindesprecher Ewald Nagel auf Nachfrage.

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Zur Prüfung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz seien die rechtlichen Stellungnahmen der Gemeindeverwaltung an die zuständige Regionsverwaltung weitergeleitet worden. Die Gemeindeverwaltung habe den Antrag auf Erteilung einer Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz geprüft. Für das geplante Bauvorhaben gelte die Privilegierung als landwirtschaftlicher Betrieb gemäß Paragraf 35 (1) Baugesetzbuch – so ordne die Landwirtschaftskammer den Betrieb ein.

Der Ortsverband der Wedemärker Grünen hat in einer Erklärung Stellung gegen die geplante Erweiterung in dieser Größenordnung bezogen. „Wir sehen hier vor allem eine Gefahr für das Wasserschutzgebiet bei Elze, in dem großräumig Grundwasser zur Trinkwassergewinnung entnommen wird. Das ist ein sensibles Gebiet“, führte Angela Klingrad aus dem Vorstand des Ortsverbandes an. „Die Grünen bezweifeln, dass die großen Mengen an Trockenkot aus den Ställen und an Gärresten aus der zugehörigen Biogasanlage dauerhaft von den dortigen Böden aufgenommen werden können.“ Eine Grundwassermessstelle in der näheren Umgebung zeige bereits seit einigen Jahren eine Nitratbelastung über dem zulässigen Grenzwert, meint sie. Auch aus Tierschutzgründen lehnten die Grünen diese Art von Stallbauten mit hoher Besatzdichte ab, moniert Klingrad. Aufgrund der Enge und der Anfälligkeit für Krankheiten würden zudem Antibiotikagaben häufig unvermeidlich sein. Die Gefahr der Entwicklung multiresistenter Keime wachse damit auch für die Menschen, betont sie.

Die Ratsfraktion der Grünen war seit einem Jahr in Gesprächen mit dem Elzer Landwirt. Sie seien daraus mit dem Ergebnis gegangen, dass der Landwirt an seiner Planung festhalte. „Er tätigt die Investitionen selbst, damit sein Betrieb auch noch für die nächste Generation wirtschaftlich eine Zukunft bietet“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende Wilhelm Lucka die Stellungnahme des Ortsverbandes.

Die Antragsunterlagen sind zudem auch bei der Region Hannover, Team Immissionsschutz, Baringstraße 6, zweites Obergeschoss, Raum 226 montags bis donnerstags von 7 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 7 bis 13 Uhr einzusehen.

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