Tier stirbt auf A7

Sattelzug überfährt den Wedemärker Wolf

HAZ-Leser Mathias P. hat den Wolf bei Bissendorf-Wietze gefilmt.

HAZ-Leser Mathias P. hatte den Wolf bei Bissendorf-Wietze gefilmt.

Wedemark. Der Wolf, der in der Wedemark den Hund einer Radfahrerin gebissen hat, ist tot. Ein Sattelzug hat ihn um 5.10 Uhr am Mittwochmorgen auf der Autobahn überfahren. Das Tier ist umgehend in das Berliner Leibnitz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW) gebracht worden.

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Dort soll es auf seine genetische Zugehörigkeit untersucht werden. Wahrscheinlich handelt es sich um einen streunenden Jungwolf aus dem sogenannten Munsteraner Rudel, das unter Experten als „auffällig wenig scheu“ gilt, wie der Fuhrberger Revierförster Thomas Behling gestern sagte.

Der Wolf hatte Menschen in mehreren Ortschaften der Wedemark in Aufregung versetzt, als er am Montag in Meitze, Bissendorf und Bissendorf-Wietze beobachtet wurde. Mehrere Passanten und Autofahrer fertigten Videos und Fotos an, wie das Tier seelenruhig an Wohnhäusern vorbeitrabt und über Feldwege und Straßen läuft. Am frühen Vormittag allerdings hatte das Wildtier in Meitze den Terriermischling einer Radfahrerin gebissen. Experten warnen, dass die Tiere gefährlich sind – obwohl oder sogar gerade weil sie ihre natürliche Scheu vor Menschen verlieren.

Bei dem Unfall auf der A 7 nahe der Abfahrt Mellendorf blieb der 63-jährige Fahrer des Sattelzugs unverletzt. Sein Fahrzeug, das in Richtung Hamburg unterwegs war, erfasste den über die Fahrspuren laufenden Wolf frontal. Der Fahrer setzte einen Notruf ab. Am Lastzug entstand ein Schaden von 5000 Euro. Zur Unfallaufnahme waren Polizei und die Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft, Britta Habbe, am Ort. Sie entschied, den Kadaver zur Untersuchung nach Berlin bringen zu lassen.

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Wolfsbeauftragter entscheidet über Gnadenschuss

Revierförster Behling warnt dringend davor, sich nach einem Wolfsunfall dem Tier zu nähern. „Rufen Sie die Polizei – das müssen Sie sowieso tun. Alles andere ist viel zu gefährlich.“ Wenn das Tier nicht tot, sondern verletzt ist, dann darf nicht wie sonst üblich ein Jäger die Entscheidung über den Gnadenschuss fällen – das muss ein Wolfsbeauftragter tun. „Naturschutz geht hier über Tierschutz“, sagt Behling. Derweil plant der Wedemärker Bürgermeister Helge Zychlinski trotz des Wolfstodes eine Informationsveranstaltung für Bewohner der Wedemark: „Die Herausforderung bleibt – es wird nicht der letzte Wolf hier gewesen sein.“ Die Menschen müssten informiert werden, wie sie sich zu Verhalten haben.

Weitere tote Wölfe: Auch bei Bremen ist gestern ein Wolf auf einer Autobahn überfahren worden. Zudem wurde im Emsland bereits am Dienstag ein hundeartiges Tier tot in einem Kanal gefunden, teilte das Umweltministerium mit – es ist aber unklar, ob es sich um einen Wolf handelt.

Von C. von Meding, T. Morchner und U. Kallenbach

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