Wedemark

Selbsthilfe bekommt jetzt selbst Hilfe

Für Daniel Diedrich (hintere Reihe) und Susanne Schönemeier ist die Arbeit von Tatjana Hattig (vorn von links) und Silke Gdanitz eine Bereicherung für das MGH.

Für Daniel Diedrich (hintere Reihe) und Susanne Schönemeier ist die Arbeit von Tatjana Hattig (vorn von links) und Silke Gdanitz eine Bereicherung für das MGH.

Mellendorf. Wedemärker Selbsthilfegruppen finden jetzt noch einmal mehr kräftige Unterstützung vor Ort: Im Mehrgenerationenhaus in Mellendorf richtet Kibis, die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich aus Hannover, eine regelmäßige Sprechstunde ein. Wer ergründen will, wer mit seinen Gruppenmitgliedern eine Dauerkrise managen muss oder eine Fortbildung brauchen könnte – Kibis hilft jetzt auch direkt vor Ort.

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„Wer sich beraten lassen möchte, muss uns nicht mehr in Hannover aufsuchen“, freut sich Diplom-Sozialarbeiterin Silke Gdanitz für die Interessierten in der Wedemark. Im Wechsel mit ihrer Kollegin Tatjana Hattig wird sie montags von 14 bis 16 Uhr den Beratungsraum im MGH besetzen.Wedemark ist die erste Außenstelle des Netzwerks Kibis in der Region; mehr Geld ermöglicht die Ausdehnung von Hannover aus, und mehr Personal steht bereit.

„Es ist auch eine Wertschätzung für die Selbsthilfegruppen vor Ort, dass Kibis jetzt hier vertreten ist“, betonte Wedemarks Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier bei der gemeinsamen Vorstellung der Arbeit, die das Kibis-Team anbieten wird. „Wir freuen uns für die Wedemärker. Im Mehrgenerationenhaus fühlen sich die Menschen wohl. Dies ist genau der Weg, denn wir möchten, dass sich das MGH entwickelt.“ Nur zwei Wochen brauchte es von der Idee, bis Daniel Diedrich Zustimmung geben konnte. Noch finde er immer zeitliche Lücken, um Gruppen und Termine unterzubringen, versicherte der MGH-Leiter. Gleichwohl sei inzwischen eine Praktikantin damit beschäftigt, einen Wegweiser für das Gebäude herzustellen. Aktuell  treffen sich in der Einrichtung regelmäßig 40 Initiativen - offene Angebote sowie feste Gruppen und Vereine, die in der Freiwilligenagentur Wedemark organisiert sind. Hinzu kommen etwa zehn nur in Abständen organisierte Veranstaltungen.

Für einige Selbsthilfegruppen in der Wedemark hatte das Kibis-Team auch vorher schon Starthilfe geleistet. Doch nun wollen die Fachkräfte die Arbeit verstärken. „Wir sind keine Dachorganisation, wir sind Vernetzer. Wir begleiten, bieten auch Fortbildungen an“, verdeutlichte Gdanitz. „Wenn jemand eine Selbsthilfegruppe gründen will, schauen wir auch unter den rund 600 bestehenden in der Region, was es schon gibt.“ Manchmal sei der Bedarf einer Gruppe auch ein Krisengespräch; dazu sind individuelle Absprachen jetzt mit den Sozialarbeiterinnen vor Ort möglich.

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Selbsthilfegruppen schneiden ihre Themen sehr oft nach Krankheiten und der Bewältigung zu: unterschiedliche Abhängigkeitserkrankungen oder Gefährdungen von Alkohol und Drogen bis zur Kaufsucht, Diabetes, Selbsthilfe nach Krebs, Lungenkrankheiten, multiple Sklerose, Demenz und die Folgen für pflegende Angehörige. „Das ist die Abgrenzung für Selbsthilfegruppen: Alle haben die gleiche Problematik, deshalb sind alle Teilnehmer gleichberechtigt in der Runde. Es gibt in einer Selbsthilfegruppe keinen Leiter“, beschreiben die Sozialarbeiterinnen das Spezielle in den selbstbestimmten Gruppen Betroffener.

Die Profis in Sachen Selbsthilfegruppen bahnen diesem Gedanken auch schon Wege, wenn die eigentlich Betroffenen noch mitten im Dilemma stecken. „Wir unterrichten in den Pflegeklassen am Klinikum der Region Hannover, damit auch die Auszubildenden davon schon mal gehört haben“, berichtete Gdanitz.

Die Sprechstunde im MGH in Mellendorf, Gilborn 6, steht grundsätzlich ohne Anmeldung offen. Für Gespräche über Gruppengründungen wünscht sich das Team aber eine Vorab-Anfrage per E-Mail an info@kibis-wedemark.de.

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