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Wedemark

Senioren üben Kritik an ÖPNV

Auf Busverbindungen sind viele Menschen in kleinen Ortsteilen wie in Negenborn angewiesen.

Auf Busverbindungen sind viele Menschen in kleinen Ortsteilen wie in Negenborn angewiesen.

Wedemark. In der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats der Gemeinde Wedemark plädierten die Mitglieder dafür, die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) insbesondere für ältere Menschen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Das Gremium erwägt, eine Podiumsdiskussion dazu zu veranstalten.

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Zudem wollen die Wedemärker Senioren den Seniorenbeirat der Region Hannover für dieses Thema sensibilisieren. Hintergrund für das bis dahin lokale Engagement des Beirats ist die öffentliche Diskussion in der Region darüber, dass Regiobus alle Verkehrslinien auf den Prüfstand gestellt hat. Verbindungen, die angesichts teilweise sehr geringer Frequenz unwirtschaftlich sind, wären davon betroffen – das gilt auch für Buslinien in der Wedemark. Die Region hatte einen Entwurf für den neuen Nahverkehrsplan 2018 vorgelegt, um auch das Regionalbusliniennetz der Regiobus neu zu ordnen.

In einem Antrag an die Gemeinde wollte der Seniorenbeirat bereits im Dezember sichergestellt sehen, dass seine Argumente mit in die Stellungnahme der Kommune an die Region Hannover einfließen. So sah der Beirat in seiner Sitzung nach wie vor die Problematik, dass eine wirtschaftliche Bewertung der Linien ausschließlich den Auslastungsgrad einzelner Buslinien berücksichtige. Eine Gesamtbewertung der Auswirkungen auf die einzelnen Ortsteile der Wedemark erfolge nicht. „Senioren sind aber keine homogene Masse, sondern Menschen im Alter ab 60 Jahren. Sie sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, um beispielsweise einkaufen zu können oder notwendige Arztbesuche und sonstige Besorgungen zu erledigen, weil viele Ortsteile diese Infrastruktur nicht vorhalten“, führten die Beiratsmitglieder in der Sitzung im Bürgerhaus in Bissendorf an. Dennoch habe auch die Regionsversammlung ihre Überlegungen nur betriebswirtschaftlich ausgerichtet mit der Folge weiterer Ausdünnungen der Busverkehre.

„Der Seniorenbeirat ist der Auffassung, dass gerade Regiobus als ein öffentlich gefördertes Verkehrsunternehmen einem Auftrag nachzukommen hat, Mobilität zwischen den Ortsteilen zu ermöglichen. Ein solches Unternehmen darf bei der Gestaltung der Angebote nicht nur gewinnorientiert arbeiten, sondern muss sich nach den Bedürfnissen der Menschen richten“, argumentierten die Wedemärker Senioren im Gremium. Dies sei eine notwendige soziale Komponente. Die Politik der Regiobus verhalte sich zudem konträr gegen den Willen der Politik, nämlich, dass die Menschen vom Individualverkehr in Autos auf den ÖPNV umsteigen.

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Von Ursula Kallenbach

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