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Windenergie

Platz für 22 Anlagen: Enercity plant großen Windpark östlich der A7

Ja zu Windkraft: Enercity sucht die Flächen zusammen zwischen Elze, Meitze und Fuhrberg, und die Realverbände unterstützen das Vorhaben.

Ja zu Windkraft: Enercity sucht die Flächen zusammen zwischen Elze, Meitze und Fuhrberg, und die Realverbände unterstützen das Vorhaben.

Elze/Meitze. Es könnte mit dem Ausbau der Windenergie in der Wedemark zügig vorangehen – zumindest, wenn es nach dem Willen der zuständigen Realverbände geht. Denn östlich der A7 wäre viel Platz für Windräder. Die Enercity Erneuerbare Projekte GmbH & Co KG aus Leer, Tochter der hannoverschen Enercity AG, versucht derzeit mit Nutzungsverträgen einen Pachtpool für derartige Anlagen zu sichern. Diese „Potenzialfläche Elze“ soll insgesamt 800 Hektar umfassen und aus 534 Flurstücken in den Gemarkungen Elze, Meitze und Fuhrberg bestehen. 22 Windräder könnten darauf Platz finden.

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Die Grundstücke gehören in der Regel landwirtschaftlichen Betrieben. 61 Seiten umfasst der Vertrag, den Enercity den Eigentümern vorgelegt hat. Die erforderliche Wegeinfrastruktur für Bau und Betrieb der Windräder hat die Gesellschaft bereits mit den Realverbänden vertraglich abgesichert. Das Gebiet liegt links und rechts der Wietze, von Elze und Meitze in Richtung Wiekenberg, und zum größten Teil im Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld – dem Wassergewinnungsgebiet von Enercity.

Windräder sollen höchstens 270 Meter hoch sein

Gebaut werden sollen laut Vertragstext in dem Windpark höchstens 22 Windenergieanlagen mit einer maximalen Gesamthöhe von 270 Metern und Rotordurchmessern von höchstens 180 Metern. Das seien bislang allerdings Annahmen, als0 „ das, was wünschenswert wäre“, sagt Enercity-Pressesprecher Carlo Kallen, der auch für die Leeraner Unternehmenstochter spricht.

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534 Flurstücke: Die Enercity-Gesellschaft aus Leer sichert sich einen Flächenpool "Potenzialfläche Elze" für neue Windkraftanlagen.

534 Flurstücke: Die Enercity-Gesellschaft aus Leer sichert sich einen Flächenpool "Potenzialfläche Elze" für neue Windkraftanlagen.

Der Realverband Meitze hat bereits einen Nutzungsvertrag unterschrieben. „Der größte Teil der Potenzialfläche liegt in der Gemarkung Elze“, sagt dessen Vorsitzender Günter Depke. „Kleinere Anteile liegen in Fuhrberg und Meitze. Um das gesamte Windpotenzialgebiet verkehrstechnisch erschließen zu können, werden die Wirtschaftswege der Realverbände Sprockhof, Berkhof, Elze, Meitze und Fuhrberg benötigt.“

Vertrag regelt Nutzung der Wirtschaftswege

Der Vorsitzende des Realverbandes Elze Carsten Brüggemann hat die benachbarten Realverbände mit ins Boot geholt und an den Verhandlungstisch mit den Investoren gebracht. „Er war es, der die Idee hatte und das Vorhaben betrieben hat, in der Gemarkung Elze, östlich der Autobahn A7 Windenergieanlagen zu planen und zu bauen“, sagt Depke. „Nach intensiven Gesprächen und unter Abwägung der Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken hat sich letztlich die Enercity Erneuerbare Projekte GmbH & CoKG als der kompetenteste Partner dargestellt.“

Im Wesentlichen regelt laut Depke der Vertrag zwischen den Realverbänden und der Enercity-Tochter das Recht zur unterirdischen Kabelverlegung und die Nutzung der Wirtschaftswege zur Anlieferung und zum späteren Abtransport der Windenergieanlagen während des Aufbaus, Abbaus und eventueller Reparaturen. „Alle beteiligten Realverbände profitieren gleichermaßen von den vertraglich gesicherten Konditionen für eine Laufzeit von 25 Jahren“, erläutert der Meitzer Vorsitzende. Der Realverband Meitze stelle zunächst keine Flächen für die Windkraft zur Verfügung. „Diese werden in erster Linie durch die Eigentümer der land-und forstwirtschaftlichen Flächen bereitgestellt.“

Maximal 270 Meter hoch sollen die Windräder sein, die Enercity in der Wedemark aufstellen möchte.

Maximal 270 Meter hoch sollen die Windräder sein, die Enercity in der Wedemark aufstellen möchte.

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Potenzialgebiet mit großem Abstand zu Wohnbebauung

Der Meitzer Realverband habe seinen Mitgliedern und Flächeneigentümern empfohlen, ebenfalls die Verträge mit Enercity zu unterschreiben, sagt Depke. „Der Ausbau der Windenergie liefert ein wesentliches Element zur Umsetzung der Energiewende. Das Potenzialgebiet östlich der A7 bietet sich wegen der großen Abstände zur Wohnbebauung für den Betrieb von Windenergieanlagen an.“

Dabei hätten die Flächeneigentümer auch den großen Vorteil, dass die landwirtschaftliche Nutzung dadurch nur sehr geringfügig eingeschränkt sei. „Darüber hinaus profitieren sie von den Pacht- und Entschädigungszahlungen.“ Der Realverband Meitze unterstütze das Vorhaben der Enercity uneingeschränkt.

Bürgermeister: Flächen zu sichern ist sinnvoll

Erst müsse sich Enercity mit den Landwirten als Eigentümer einigen, erst dann solle das Vorhaben in den Gremien verhandelt werden, sagte Bürgermeister Helge Zychlinski (SPD). Zum Vorgehen der Enercity-Gesellschaft sagte er: „Flächen zu sichern ist sinnvoll. Wir begrüßen es, dass dort ein kommunales Unternehmen tätig wird und keine seelenlosen Projektierer, mit denen keine verlässlichen Absprachen zu treffen sind.“ Zychlinski ist als Vertreter der Gemeinde Wedemark im Beirat von Enercity. Darin werden die Vertreter der Kommunen, in denen das Unternehmen tätig ist, zweimal jährlich über die Lage von Enercity informiert. Der Beirat hat keine Entscheidungsbefugnisse.

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Windenergie: Region sieht für die Wedemark nur 63 Hektar vor

Anders als bei den Plänen der Realverbände sieht die Region Hannover vor, dass auf der Potenzialfläche Elze-Meitze 63 Hektar für die Windenergie genutzt werden sollen. Das geht aus dem Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) hervor. Allerdings plant die Region im Zuge der fünften Änderung des RROP 2016 die Flächen für die Windenergie neu.

Aus 54 Potenzialflächen wurden 27 Flächen abgeleitet, die für die Windenergienutzung geeignet sind. Das öffentliche Beteiligungsverfahren für Kommunen und Bürger zu den Neufestlegungen zur Windenergienutzung läuft seit dem 12. Mai. Dazu hatte die Region drei teilregionale öffentliche Foren in Lehrte, Neustadt und Wennigsen vorgesehen – allerdings nicht in der Wedemark.

Über die Stellungnahme der Gemeinde Wedemark zu diesem Verfahren berät der Ratsausschuss für Planen, Bauen und Wirtschaftsförderung in öffentlicher Sitzung am Dienstag, 5. Juli, ab 19.30 Uhr im Ratssaal des Bürgerhauses in Bissendorf. uc

Die Gemeinde werde nach der Sommerpause mit dem Unternehmen Gespräche über das Thema Wind im Forst führen und der Politik einen Vorschlag für das weitere Vorgehen unterbreiten, kündigt der Bürgermeister an. Er kritisierte die Region Hannover, die seiner Meinung nach beim Ausbau der Windenergieflächen eher auf der Bremse stehe (siehe Kasten). „Alles in allem ist das Verfahren der Region zu zögerlich. Der jetzige Entwurf bremst den Ausbau der Erneuerbaren in der Wedemark aus.“

Darin sind nämlich gerade einmal 63 Hektar für Windenergie vorgesehen. Sollte sich da nichts bewegen, dürfte aus den Enercity-Plänen nichts werden, so der Bürgermeister. Die Gemeinde erwarte kurzfristige Aussagen zur möglichen Entwicklung im Forst Rundshorn, sagte Zychlinski: „Dort sehen wir als Verwaltung große Entwicklungspotenziale für die Windenergie, die dort ohne Störungen für die Bevölkerung installiert und saubere Energie liefern könnte.“

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