Müllabfuhr und Stichstraßen

Wedemark: Die Waldsiedlung hat ein spezielles Müllproblem

Der Natelsheideweg: An den Stichstraßen stehen die Tonnen und Säcke zur Abholung.

Der Natelsheideweg: An den Stichstraßen stehen die Tonnen und Säcke zur Abholung.

Bissendorf-Wietze. Müllabfuhrtag – das ist in Bissendorf-Wietze auch der Tag, an dem ein spezielles Problem in der Waldsiedlung an den Straßenrändern sichtbar wird: Viele Tonnen stehen zusammengeschoben, gelbe Säcke stapeln sich. Denn viele Grundstücke liegen in der Waldsiedlung an Stichwegen weit ab von den größeren Straßen; die Bewohner müssen gleichwohl den Entsorgungsbetrieben ihren Müll bereitstellen – und zwar da, wo die schweren Müllfahrzeuge anfahren können.

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Was bei den zu bewältigenden Strecken mit den leichteren Plastiksäcken schon für viele, insbesondere für die älteren Anwohner ein Akt ist, wird, sollte Aha wie geplant komplett auf Tonnen auch für Restmüll und Plastikabfälle umstellen, zu einem echten Problem.

Der Natelsheideweg sieht so aus: Privatwege, Stichstraßen und Sackgassen gehen zu beiden Seiten ab. Auf der anderen Seite der Burgwedeler Straße (Landesstraße 383), etwa an der Wietze-Aue, das gleiche Bild. Kein Ort sonst in der Wedemark ist so geprägt durch Einfamilienhausbebauung auf großen Waldgrundstücken, die im Laufe der Jahre vermehrt auch geteilt und weiter bebaut wurden. Die Folge: teils lange, schmale Wege bis an die Haustüren. Der Natelsheideweg ist breiter ausgebaut – die Wietze-Aue nur eine schmale, nicht ausgebaute Straße ohne ausgewiesene Gehwege.

Natelsheideweg: Gut ausgebaut – da stören Tonnen und Säcke bei der Müllabfuhr nicht.

Natelsheideweg: Gut ausgebaut – da stören Tonnen und Säcke bei der Müllabfuhr nicht.

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Gelbe Tonne wäre zusätzliches Problem

Ortsbürgermeister Daniel Leide (CDU) sieht das Problem mit den Stichwegen sehr wohl. "Ich werde mich dazu noch mal schlaumachen bei der Region", sagt er. Grundsätzlich beführen, so höre er es jedenfalls aus dem Dorf, die Entsorgungsfahrzeuge die meisten Stichwege – jedenfalls die mit Wendeplatz. Er bekomme dazu kaum Beschwerden. Die Probleme würden aus seiner Sicht eher mit der Einführung einer zusätzlichen gelben Tonne einkehren.

„Ich habe mit einer Anwohnerin gesprochen, die eine gelbe Tonne wirklich nicht haben will. Die Müllabfuhr fährt nicht in ihre Straße, und sie müsste dann drei Tonnen an die Straße stellen. Der Stichweg ist 500 Meter lang“, berichtet Leide. „Es ist meiner Meinung nach unzumutbar, wenn die Abfuhr die Stichwege nicht befährt, so lange Wege mit der Tonne in Kauf nehmen zu müssen. Des Weiteren stapeln sich dann die Mülltonnen etwa am Natelsheideweg.“ Leide schätzt, dass diese Problematik allein dort circa 65 Haushalte betrifft. Seine persönliche Meinung zum Thema Tonne und/oder Sack: „Tonne ja, aber nicht ohne Abfuhr in Einzelfällen mit Säcken. Wenn ich entscheiden müsste, wäre ich bei Verpackungsmaterial für die Sackabfuhr.“

Sackgasse und Privatweg: Wenn keine Wendemöglichkeit besteht, erlaubt Aha die Anfahrt dort eigentlich nicht.

Sackgasse und Privatweg: Wenn keine Wendemöglichkeit besteht, erlaubt Aha die Anfahrt dort eigentlich nicht.

Ortsrat greift Thema in nächster Sitzung auf

Der Ortsrat hat laut Leide darüber noch nicht diskutiert und sich bisher nicht positioniert. „Dies wird aber in der nächsten Sitzung nach der Sommerpause besprochen“, kündigt der Ortsbürgermeister an. Er habe Kontakt dazu mit der Wedemärker CDU-Regionsabgeordneten Jessica Borgas aufgenommen. Von ihr erwartet er nach der Sommerpause Antwort – „und das Statement aus der Region, wie in Einzelfällen der langen Stichwege verfahren wird oder werden könnte“.

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Zu eng für Aha: Schmale Stichstraßen prägen das Bild in Bissendorf-Wietze.

Zu eng für Aha: Schmale Stichstraßen prägen das Bild in Bissendorf-Wietze.

Aha nennt Mindestanforderungen

Die Abfallentsorgungsgesellschaft Aha möchte sich auf Nachfrage zur Situation in Bissendorf-Wietze nur äußern, wenn konkrete Einzelfälle benannt werden. Sprecherin Daniela Sievers nennt aber grundsätzliche Anforderungen für das Befahren von Straßen für die Müllabfuhr: Die Abfallsammelfahrzeuge – sie sind circa 10 bis 11,50 Meter lang und 2,50 Meter breit – dürfen nur ausreichend tragfähige Straßen befahren. Fahrbahnen müssen ausreichend breit sein, sodass ein seitlicher Sicherheitsabstand von mindestens je einem halben Meter gegeben ist. Bei Sackgassen muss eine Wendemöglichkeit gegeben sein. Rückwärtsfahren dürfen die Fahrzeugführer nur, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Grundsätzlich darf aber die zurückzulegende Strecke dabei nicht länger als 150 Meter sein.

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