Wedemark

Wie der Kampf um das Wasser begann

Der "Kampf ums Wasser" hat zu einer Regelung geführt, der den Landwirten die kostenlose Beregnung ihrer Felder ermöglicht.

Der "Kampf ums Wasser" hat zu einer Regelung geführt, der den Landwirten die kostenlose Beregnung ihrer Felder ermöglicht.

Mellendorf. Mit dem Langzeitthema "Wendezeiten für die Wedemark" beleuchtet die Historische Arbeitsgemeinschaft Wedemark in diesem Jahr neue Aspekte der hiesigen Geschichte. Bei ihrem Arbeitstreffen am Mittwoch, 30. Mai, beschäftigen sich die Hobbyhistoriker mit dem Trinkwasser für Mensch und Vieh sowie das Wasser für die Felder und Gärten.

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Interessierte Gäste sind zu dem Arbeitstreffen wieder willkommen. Um vielfältiges Wissen zusammenzutragen, bitten die Experten nach der Pause um Fragen und Beiträge zum Thema aus dem Teilnehmerkreis. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen St.-Georgs-Kirche in Mellendorf. Um allen Anwesenden ein besseres Hören zu ermöglichen, kann akustische Verstärkung eingesetzt werden.

Über Wassermangel hatten die Bauern bis zur Jahrhundertwende um 1900 nicht zu klagen. Die Höhenzüge der Mellendorfer und Brelinger Berge waren von Mooren und Bächen mit wasserreichen Bruchwäldern umgeben. Auf den Mellendorfer Bergen sprudelten zahlreiche Quellen, und in der Regel war bei Brunnengrabungen fast überall Grundwassser zu erreichen. Diesen Aspekt wird Jan Olaf Rüttgardt beleuchten; er weist auch auf Reste noch vorhandener Brunnen hin.

Wasser: Hannover entdeckt die spätere Wedemark

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Ab dieser Jahrhundertwende erfolgte die Versorgung der wachsenden Großstadt Hannover mit Wasser über Leitungen, die im Umland verlegt wurden. Plötzlich wurde die nördliche, heutige Wedemark für Hannover interessant. Seit gut einem Jahrhundert wird nun Wasser aus dem Gebiet von Fuhrberg und aus dem Flussschotter unter den sandigen Feldern von Elze bis Berkhof abgepumpt. Das Wasserwerk Elze wurde 1911 in Betrieb genommen, das Werk Berkhof 1930. 1968 wurden die Anlagen der beiden – nur durch eine Landstraße getrennten – Wasserwerke zusammengelegt. Das Wasserwerk Elze-Berkhof fördert heute einen Großteil der Trinkwassermenge für Hannover und die Region.

Historisch gesehen, ließ das jedoch die Landwirtschaft dieser Dörfer "verdorren", der Grundwasserspiegel sank um viele Meter. So kam es zu einem "Kampf ums Wasser", der zwischen Hannover und den hiesigen Landwirten über Jahrzehnte vor den Gerichten ausgefochten wurde. Darauf wird bei dem Treffen Georg Calix von dem Energieversorger Enercity zurückschauen und dann die heutige Wasserentnahme aus der Wedemark für die Landeshauptstadt darstellen. Calix wird Einblicke in unterirdische Brunnengänge und Wassersammler gewähren, die an der Oberfläche unvorstellbar sind. Zugleich wird er entfalten, wie der "Kampf ums Wasser" zu einer Regelung führte, der den Landwirten die kostenlose Beregnung ihrer Felder ermöglicht.

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Historischer Brunnen um 1900 in Plumhof – ein Foto aus der Dorfchronik.

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