Wennigsen

DLRG-Bettelbriefe verunsichern Wennigser

Solche Spendenbriefe verschickt die DLRG-Bundesgeschäftsstelle aus Bad Nenndorf an Haushalte in Wennigsen.

Solche Spendenbriefe verschickt die DLRG-Bundesgeschäftsstelle aus Bad Nenndorf an Haushalte in Wennigsen.

Wennigsen. Einen dicken Umschlag hatte die Wennigserin in ihrem Briefkasten. Aus Bad Nenndorf. Auf dem Briefkopf steht groß "DLRG", die "Retter brauchen Ihre Hilfe."

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Das Schreiben drückt auf die Tränendrüsen. Vier Fotos liegen bei. Ein Bild zeigt ein DLRG-Rettungsboot, das Unbekannte in Berlin versenkt haben. Handschriftlich steht hinten drauf: "Mit diesem Boot wird kein Menschenleben mehr gerettet..." Ein anderes Foto zeigt die DLRG-Wachstation im baden-württembergischen Rheinhausen, für die nach einem Einbruch bis heute noch immer nicht alle Teile der gestohlenen Rettungsausrüstung hätten wiederbeschafft werden können. Ein Überweisungsträger samt Spenden-Garantie wurde gleich mitgeschickt. Und ein Schlüsselanhänger. Die Wennigserin ist skeptisch. Woher hat das DLRG ihre Adresse? Sie hatte vorher noch nie etwas mit dieser Organisation zu tun.

Wennigsens DLRG-Ortsgruppenvorsitzender Martin Dankert kennt diese Spendenwerbungspakete. In Bad Nenndorf sitzt die DLRG-Bundesgeschäftsstelle. Schon öfter haben sich Leute bei ihm über diese fragwürdig Spendensammelei beschwert. So richtig gut findet auch Dankert diese drastische Werbeoffensive nicht und man möge davon ja auch halten, was man wolle. "Wir als Ortsgruppe haben da kein Mitspracherecht", sagt Dankert. Und: "Von dem gespendeten Geld sehen wir nie etwas. Das versickert zentral."

Generell finanziert die DLRG-Ortsgruppe aus Wennigsen mit ihren 140 Mitgliedern ihre Arbeit über die Mitgliederbeiträge. Spenden erleichterten "allerdings einiges", sagt Dankert. Mit Spendengeldern konnten neulich Schwimmflossen und die Wasserwippe für den Wasserpark angeschafft werden.

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Wer möchte zur DLRG?

Die DLRG-Ortsgruppe aus Wennigsen sucht noch jemanden, der ab September seinen Bundesfreiwilligendienst bei ihr absolvieren will. "Eine Stelle ist bereits vergeben, die zweite ist noch frei", sagt der Vorsitzende Martin Dankert. Die Bufdi-Stellen gibt es seit drei Jahren bei der DLRG. Die Freiwilligen unterstützen beim Schwimmtraining und bei mehreren Schulkooperationen. Besorgniserregender Trend: Unter den Grundschülern gibt es immer mehr Nichtschwimmer. Die DLRG arbeitet mit der Grundschule in Wennigsen, der Waldorfschule in Sorsum, der Grundschule in Egestorf und mit dem Barsinghäuser Hannah-Arendt-Gymnasium zusammen und hilft dort beim Schulschwimmen.

Das Schwimmtraining der DLRG selbst ist einmal in der Woche, "mit 20 bis 30 Kindern", sagt Dankert. Im Sommer wird im Wasserpark trainiert, im Winter im Deisterbad in Kirchdorf. Sein Seepferdchen können Schwimmanfänger bei der DLRG nicht machen. "Wir trainieren alle, die schon schwimmen können, damit sie noch sicherer im Wasser werden", sagt Dankert. Nach den Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold kommt der Juniorretter, dann die Rettungspässe. Mindestalter für das höchste Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Gold: 16 Jahre. Rettungsschwimmkurse bietet die DLRG auf Anfrage kurzfristig an.

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