Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Wennigsen

Schmutzwasserkanäle müssen für mehrere Millionen Euro saniert werden

In Wennigsen ist zu viel Fremdwasser in der Schmutzwasserkanalisation.

In Wennigsen ist zu viel Fremdwasser in der Schmutzwasserkanalisation.

Wennigsen. Der Fremdwasseranteil im Wennigser Klärwerk ist viel zu hoch – das verursacht immense Kosten. Doch woran liegt das? Das herauszufinden ist die Aufgabe des Ingenieurbüros Richter. Die Experten untersuchen das Kanalnetz nun seit einigen Jahren und haben festgestellt: Zahlreiche Kanäle müssen repariert, viele Anschlüsse überprüft werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Als Fremdwasser wird bezeichnet, was in den Schmutzwasserkanal gelangt, aber kein Schmutzwasser ist – also Regenwasser, Grundwasser oder Drainagewasser. Das alles gehört nicht in diesen Kanal. Vor allem die Menge ist das Problem. Das Fremdwasser muss zusammen mit dem wirklich verschmutzten Abwasser unnötigerweise aufbereitet und gereinigt werden – und das verursacht hohe Mehrkosten. Die Gemeindeverwaltung hatte es für Wennigsen ausgerechnet: Der Fremdwasserkostenanteil für die Jahre 2014 bis 2016 lag bei etwa 428.000 Euro.

Experten finden alle 15 Meter Schäden in den Schmutzwasserkanälen

In Wennigsen fließen pro Jahr – nach Abzug eines hohen Toleranzwerts – noch 0,6 Millionen Kubikmeter Fremdwasser in die Kläranlage – viel zu viel, wie die Experten festgestellt haben. Grund sind unter anderem Schäden in den Kanälen, undichte Anschlussleitungen und Fehlanschlüsse von privaten Ableitungen und Leitungen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das erste Ergebnis der Untersuchung: Rund 30 Kilometer Kanal müssen kurzfristig saniert, repariert oder ausgetauscht werden. Alle 15 Meter sind Schäden festgestellt worden. Das heißt nicht nur, dass hier Wasser in die Leitungen dringt, sondern auch, dass Schmutzwasser in die Natur gelangt. Zudem gibt es 119 Anschlüsse, die überprüft werden müssen, da dort eventuell private Leitungen falsch angeschlossen sind. Auch an diesen Stellen könnte man, sollte sich der Verdacht erhärten, dass dort fälschlicherweise beispielsweise Regenwasser eingeleitet wird, viel eingespart werden.

Sanierung kostet mehrere Millionen Euro

Doch die Sanierung des Netzes wird kostenintensiv: Würden alle Schäden repariert, so würde das die Gemeinde rund 7,7 Millionen Euro kosten. Beschränkt man sich auf die Leitungen die kurzfristig angefasst werden müssen, belaufen sich die Kosten noch immer auf etwa 5,3 Millionen Euro.

Nun sollen weitere Messungen folgen. Insgesamt acht Messstellen werden im Gemeindegebiet eingerichtet, an denen über mehrere Wochen der Durchfluss kontrolliert wird. Dann werden die Ergebnisse ausgewertet und die Sanierungsmaßnahmen nach und nach umgesetzt – eine Aufgaben, die sich über Jahrzehnte erstrecken wird.

Mehr zum Thema:

Starkregen bringt Kläranlage an ihre Grenze

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Woher kommt das viele Fremdwasser?

Von Lisa Malecha

Mehr aus Wennigsen

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.