Wunstorf

EU fördert Umbau der Kläranlage

Sprechen über Investitionen in die Kläranlage Luthe: Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt, EU-Parlamentarier Bernd Lange, die SPD-Kommunalpolitiker Thomas Silbermann und Rolf Hoch (rechts) sowie Leiter Frank Fuhrmann ( (zweiter von rechts).

Sprechen über Investitionen in die Kläranlage Luthe: Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt, EU-Parlamentarier Bernd Lange, die SPD-Kommunalpolitiker Thomas Silbermann und Rolf Hoch (rechts) sowie Leiter Frank Fuhrmann ( (zweiter von rechts).

Luthe. Das Schild hängt schon am Tor der Kläranlage in Luthe, die EU-geförderte Investition für eine geänderte Klärschlammbehandlung wird aber erst im nächsten Jahr beginnen. Zu dem Fünf-Millionen-Euro-Projekt erhält die Stadt eine Million aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Das war am Dienstag Anlass für den Europaabgeordneten Bernd Lange (SPD), sich das Projekt vor Ort vorstellen zu lassen.

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Weil der Klärschlamm aus der Anlage nach der neuen Düngemittelverordnung nicht mehr auf Feldern verteilt werden darf, musste die Stadtentwässerung sich neue Wege suchen, ihn loszuwerden. Der Schlamm muss in weit entfernte Verbrennungsanlagen gebracht werden, etwa nach Bottrop oder nach Trier, und für die Abnahme ist der Preis dabei auf 144 Euro pro Tonne hochgeschnellt. Oft gibt es auch nur noch kurzfristige Verträge. „Wir müssen deshalb herunter mit unseren Klärschlamm-Mengen und den Schlamm trockener für die Verbrennung machen“, berichtete Alexandra Perschel, die Leiterin der Stadtentwässerung.

Dafür sind auf dem Gelände vier neue Anlagen notwendig: ein Vorklärbecken, ein Faulbehälter, ein Blockheizkraftwerk und ein Maschinenhaus. Mit dem Kraftwerk soll Faulgas verstromt werden, damit die Kläranlage weniger Strom von außerhalb benötigt. Wenn dann in den nächsten Jahren in der Nähe auch noch eine Verbrennungsanlage entsteht, wie es Enercity in Lahe plant, entfallen auch unnötig lange Fahrten – ein positiver Effekt für das Klima. Gutachter schätzen aber auch, dass die Kläranlage nach den Investitionen um rund 250.000 Euro niedrigere Betriebskosten in jedem Jahr benötigt.

Eine Herausforderung ist, dass der Bau nach den Regularien der EU-Förderung bis Ende 2021 abgeschlossen sein muss. Weil auch noch viele andere Dinge zum Beispiel bei den Ausschreibungen zu berücksichtigen sind, hat das beauftragt Ingenieurbüro auch schon einen recht detaillierten Zeitplan aufgestellt.

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Mit Angela Föltz aus der Bauverwaltung hat die Stadt eine Expertin, die sich stark in die angebotenen Förderprogramm eingearbeitet hat. Lange begrüßte das: „Es ist ja wirklich ein Dschungel“, sagte er. Auf EU-Ebene werde aber auch für die nächste Förderperiode geprüft, die Kommunen dabei stärker zu unterstützen, die den Überblick über die Programme behalten wollen.

Lange sieht auch als Problem, dass Bund und Land bei EU-Programmen oft noch zusätzliche Bedingungen hinzufügen und die Vergabe so erschwert. Dass die Schwellenwerte angehoben werden sollten, ab denen die EU-weite Ausschreibung bei Dienstleistungen gefordert wird, darin stimmte der Parlamentarier mit Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt überein. Dieser hatte darauf hingewiesen, dass diese starren Verfahren die Stadt auch erheblich Geld kosten. „Wir sind nicht gegen Ausschreibungen, aber so ist es zu kompliziert“, betonte Eberhardt.

Von Sven Sokoll

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