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Wunstorf

Forum Stadtkirche stellt bei Ausstellung den Mensch in den Mittelpunkt

Andreas Spengler steht bei den letzten Vorbereitungen zwischen Kopf-Plastiken von Christian Stiesch und Malerei von Katharina Sickert.

Andreas Spengler steht bei den letzten Vorbereitungen zwischen Kopf-Plastiken von Christian Stiesch und Malerei von Katharina Sickert.

Wunstorf. Kurz nach dem Ende der erfolgreichen Ausstellung zu Wunstorf in der Weimarer Republik ist die Stadtkirche schon wieder mit den Objekten der nächsten Ausstellung gefüllt. Gemeinsam mit den Künstlern hat das Forum Stadtkirche sie am Donnerstag gehängt und aufgestellt und will die Schau am Sonntag, 30. Juni, in der Reihe „Kunst im Turm und in der Kirche“ eröffnen.

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Menschen in unterschiedlichen Darstellungsformen stehen dieses Mal im Mittelpunkt. Am Eingang im Turm begrüßt die Besucher ein Paar in einer Betonplastik des Bielefelders Christian Stiesch. „Sie wirken wie Adam und Eva, aber bei näherem Hinsehen zeigt sich mit einem Irokesenschnitt doch ein moderneres Element“, sagt Andreas Spengler, der die Ausstellung zusammengestellt hat.

Wer in den Kirchenraum läuft, sieht zunächst Bronzen von Siegfried Neuenhausen.

Wer in den Kirchenraum läuft, sieht zunächst Bronzen von Siegfried Neuenhausen.

Der Mensch ist unvollkommen

Im Kirchenraum gelangen die Besucher dann zu Bronzen von Siegfried Neuenhausen. Die Menschen, die er darstellt, haben gerade alle kleine Probleme – zum Beispiel rutschen einem Herren seine Bücher aus der Hand. "Er hat damit ironisch die Unvollkommenheit und die Begrenzungen des Menschen hinterfragt", berichtet Spengler. Ihm als ehemaligem Chef der Psychiatrie ist selbstverständlich auch der Hinweis wichtig, dass der Hannoveraner Neuenhausen einst den Skulpturenpark auf dem Klinikgelände geschaffen hat – der regelmäßig auch bei Stadtführungen eine Station ist.

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Eine Seitenwand ist mit (Selbst-)Porträts der hannoverschen Malerin Katharina Sickert gestaltet. Gegenüber blicken dem Betrachter Charaktere entgegen, die Christiane Mauthe aus Hannover mit Bleistift gezeichnet hat. Von ihr hängen auch im Turm noch weitere kleinere Arbeiten. Wo sich die Blicke der von Sickert und Mauthe dargestellten Menschen im großen Kirchenraum treffen, sind auch noch weitere Kopfplastiken des Betonkünstlers Stiesch.

Kopf-Plastiken von Christian Stiesch stehen vor Porträts der Malerin Katharina Sickert.

Kopf-Plastiken von Christian Stiesch stehen vor Porträts der Malerin Katharina Sickert.

In einer Ecke haben die Ausstellungsmacher Hartwachsplastiken und Bilder kombiniert, in denen Éric Pina aus Hannover Menschen darstellt. „Ein gelungenes Detail ist, dass er einen Heiler mit einer Wirbelsäule dargestellt hat, die er wie eine Gitarre trägt“, sagt Spengler. Im Altarraum schließlich zeigt das Forum Stadtkirche Grafiken, in denen die Herforderin Inge Zintl Schicksale zum Teil aus der eigenen Familiengeschichte dargestellt hat. Sie sind nicht nur an den Wänden, sondern auch in einem Buch anzusehen. „Das sind zum Teil ganz bewegende Eindrücke“, sagt Spengler.

Konzert begleitet die Ausstellung

Für ihn zeichnet die Ausstellung sich dadurch aus, dass sie den normalen Menschen in den Mittelpunkt stellt. „Im Grunde ist es auch ein Aufruf dazu, dem anderen einfach mal wieder in die Augen zu sehen.“ Die Künstler, die dazu beigetragen haben, beteiligen sich alle zum ersten Mal an den Ausstellungen des Forums.

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Die Vernissage beginnt am Sonntag, 30. Juni, um 11.30 Uhr. Spengler wird dabei in die Ausstellung einführen, Mathis Ubben und Julian Büscher musizieren. Besucher sind dann bis Sonntag, 21. Juli, freitags und sonnabends von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr in der Stadtkirche willkommen.

Während der Ausstellung werden Robert Kusiolek (Akkordeon) und Elena Chekanova (Live-Elektronik) am Sonntag, 7. Juli, ab 17 Uhr ein Konzert unter dem Titel „Klangstrukturen“ spielen, bei dem sie viele musikalische Grenzen überschreiten werden. Der Eintritt ist frei. Zum Abschluss lädt das Forum Stadtgespräche für Sonntag, 21. Juli, 16 bis 18 Uhr zu einem Künstlergespräch ein.

Von Sven Sokoll

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