Wunstorf

Infoveranstaltung über Genitalverstümmelung

Der Verein "baobab - zusammensein" informierte Vertreter der Stadtverwaltung, des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf und der Johanniter über das Thema weibliche Genitalverstümmelung.

Der Verein "baobab - zusammensein" informierte Vertreter der Stadtverwaltung, des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf und der Johanniter über das Thema weibliche Genitalverstümmelung.

Wunstorf. Über das Thema weibliche Genitalverstümmelung wird immer noch nicht offen gesprochen. Durch den vermehrten Zuzug von Frauen aus Ländern südlich der Sahara (Eritrea, Somalia und Äthiopien) rücke diese Problematik jedoch immer stärker in den Fokus der Sozialarbeiter, auch in Wunstorf, schreibt Johanniter-Pressesprecher Timo Brüning. Die Johanniter haben sich gemeinsam mit Vertretern des städtischen Fachbereichs Soziale Dienste und des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf über dieses Thema in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete am Luther Weg informiert.

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Über die Menschenrechtsverletzung, die nach deutschen Recht auch im Ausland strafbar ist, sprachen Mitglieder des Vereins „baobab –zusammensein“. Dieser definiert sich als Brücke zwischen dem deutschen Gesundheits- und Sozialsystem sowie den neu in Deutschland lebenden Menschen. Er möchte Betroffenen und Angehörigen einen Ort des Vertrauens und Respekts bieten sowie für die im Gesundheitsbereich Beschäftigten ein transkultureller Ansprechpartner sein. Dieses Angebot möchten die Johanniter gerne nutzen. Sie planten daher, nach Angaben des Pressesprechers, eine weitere Zusammenarbeit mit dem Verein.

Weibliche Genitalverstümmelung ist Tabuthema

„Leider ist weibliche Genitalverstümmelung in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Wir wollen und müssen jedoch einen offenen Umgang finden, damit betroffene Frauen besser informiert und unterstützt werden können“, sagte Lena Finch, Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete der Johanniter-Unfall-Hilfe. Ihr sei es besonders wichtig, Hemmschwellen abzubauen, sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Beratern, teilt Brüning mit.

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In Deutschland lebten etwa 50 000 Frauen, die Opfer einer Genitalverstümmelung geworden sind. Laut einer Studie des Bundesfrauenministeriums aus dem Jahr 2017 seien bis zu 5 700 in Deutschland gemeldete Mädchen von diesem Eingriff bedroht, so Brüning.

Von Rita Nandy

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