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Wunstorf

KED-Leiter Fieber verabschiedet sich mit klaren Worten

Kommissariatsleiter Thomas Broich (in Uniform) verabschiedet den KED-Leiter Michael Fieber in den Ruhestand.

Kommissariatsleiter Thomas Broich (in Uniform) verabschiedet den KED-Leiter Michael Fieber in den Ruhestand.

Wunstorf. Mit vielen Emotionen und klaren Worten hat die Wunstorfer Polizei den Leiter des Kriminalermittlungsdienstes (KED), Michael Fieber in den Ruhestand verabschiedet. Bei der Feier im Vereinsheim des 1. FC Wunstorf hörte der 62-jährige Beamte am Freitagabend viele lobende Worte, machte aber auch kein Geheimnis daraus, warum er seine Zeit im aktiven Dienst nicht mehr verlängern wollte.

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23 Jahre lang hat Fieber die Wunstorfer Kriminalpolizei geleitet und hinterlässt nun sehr große Fußstapfen, wie ihm alle Redner bescheinigten. Kommissariatsleiter Thomas Broich schilderte Fiebers Polizeikarriere und skizzierte ihn als "versierten Top-Kriminalisten", der immer streitbar war. Bei einer Umfrage im Team des Kommissariats lobten viele ihn aber auch als sehr kollegial.

Besonders deutlich wurde das bei der Rede von Torsten Thiele aus dem KED: „Jeder von uns hätte gern versucht, diesen Tag noch lange nach hinten zu schieben“, sagte er zu Fiebers Abschied. Dieser habe die Abteilung zu einer eingeschworenen Gemeinschaft gemacht und sich immer vor seine Mitarbeiter gestellt. „Du spricht Klartext, ohne Rücksicht auf Verluste“, sagte Thiele und erinnerte daran, dass Fieber das durchaus auch in schwierige Situationen gebracht hat.

Die Erfolgserlebnisse haben gefehlt

Als Ausgleich für dienstlichen Stress haben die Kriminalermittler unter Fieber auch gemeinsame Freizeitaktivitäten gepflegt. Einen Eindruck davon gab eine Bilderschau von den jährlichen Wochenendtouren, bei denen es offenbar nicht ganz so ernst zuging.

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Die Kollegen aus dem Kriminalermittlungsdienst verabschieden ihren Leiter Michael Fieber (zweiter von links) mit einem Geschenkkorb.

Die Kollegen aus dem Kriminalermittlungsdienst verabschieden ihren Leiter Michael Fieber (zweiter von links) mit einem Geschenkkorb.

„Die Erfolgserlebnisse haben mir zunehmend gefehlt“, nannte Fieber in seiner Abschiedsrede als Grund für seinen Entschluss. Zu häufig werden für ihn heute Verfahren eingestellt und blieben ermittelte Täter ohne Strafen. „Der Rechtsstaat kommt nicht mehr hinterher, und das geht oft zu Lasten der Polizei. Das ist für mich aber auch ein Gerechtigkeitsproblem“, betonte er. Außerdem seien Querdenker wie er bei der Polizei nicht mehr gefragt. „Und die häufigen Reformen machen die Sache auch nicht besser.“

Trotzdem betonte Fieber nach seinem Rückblick: "Ich bin stolz, dass ich so lange Teil dieser Gemeinschaft bleiben durfte." Die Zeit, die nun kommt, will er ohne konkrete Pläne auf sich zukommen lassen. Sein Kollege aus der Führung, der Einsatz- und Streifendienstleiter Rüdiger Wloka, wollte ihn mit einem Buchgeschenk dazu animieren, vielleicht ein Buch zu schreiben. Erlebt hat Michael Fieber in den vergangenen Jahren genug. Seine Nachfolge an der Spitze des KED tritt Thorsten Bösert an.

Von Sven Sokoll

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