Wunstorf

Rollstuhlbasketball: Training mit Profis

Rollstuhlbasketball: Profis von Hannnover United trainierten mit Schülern der Evangelischen IGS.

Rollstuhlbasketball: Profis von Hannnover United trainierten mit Schülern der Evangelischen IGS.

Wunstorf. Basketballtraining mal anders: Acht- und Zehntklässler der Evangelischen IGS bewegten sich am Mittwochmorgen im Rollstuhl über das Spielfeld. Blitzschnell wurde gepasst, am Ende reichte aber nicht immer die Kraft, um aus der sitzenden Position den Korb zu treffen oder er prallte wieder vom Brett ab. Die Koordination ist nicht einfach, doch der Spaß ist den Spielern anzumerken.

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Diese neue Sichtweise auf den Basketballsport ermöglicht eine Kooperation mit den Rollstuhlbasketballern von Hannover United. Motto der Aktion: „Sitzenbleiben erwünscht“. Mit den Trainern Vanessa Erskine und Jan Haller sind echte Stars des Bundesligisten zu Gast. Die US-Amerikanerin gewann 2016 mit ihrem Team bei den Paralympics in Rio de Janeiro die Goldmedaille. Haller ist Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, zu der er seit acht Jahren gehört. Kein Wunder also, dass so viele Kameras am Spielfeldrand das Geschehen festhalten. Allerdings surren diese nicht nur wegen der Profibasketballer. Die Film-AG der Schule dreht einen neuen Film zum Thema Inklusion. Mit dem Beitrag beteiligt sie sich am Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“. Dabei geht es um eine Schülerin, die sich verletzt, im Rollstuhl landet und den Basketballsport für sich entdeckt. Anfang Dezember schauten die Filmemacher bereits bei einem Spiel von Hannover United zu.

Schüler der IGS Wunstorf erproben Basketball im Rollstuhl

Seit einem Jahr spielt Jan Haller für den Hannoverschen Bundesligisten. Ihm gefällt die „spannende Arbeit“ mit den Schülern. „Wir freuen uns, wenn wir die Sportart in die Region tragen können“, sagt der 30-Jährige. Dabei gehe es nicht nur darum den Verein und den Sport bekannt zu machen, sondern auch frühzeitig bei den Schülern Hemmungen gegenüber mobilitätseingeschränken Menschen abzubauen. „ Wir führen ein ganz normales Leben. Cool, wenn man das den Kindern zeigen kann. Das geht am besten über den Sport“, findet der Basketballer. Zunächst seien die Schüler meist skeptisch, wenn er fragt, wer sich in den Rollstuhl setzen möchte. Die Hemmungen verfliegen jedoch nach fünf Minuten und wichen dem Spaß am Spiel. „Rollstuhlbasketball ist die inklusivste Sportart.“ Gesunde spielen gemeinsam mit Sportlern, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, und es gibt gemischte Teams aus Männern und Frauen. Außerdem sei mehr Teamgeist beim Rollstuhlbasketball notwendig.

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Der 14-jährige Gregor und Handballer beim MTV Großenheidorn hat für sich einen großen Vorteil an dieser Sportart entdeckt. Im Handball sei er immer unterlegen, weil er klein und nicht so kräftig sei. Das spiele beim Rollstuhlbasketball keine so große Rolle. Als „großes Chaos“ bezeichnete Renée das Rückwärtsfahren. „Das war eine Blamage. Ich bin immer im Kreis gefahren“, erzählt die Achtklässlerin.

„Ich finde es sehr bereichernd“, sagt Klassenlehrerin Nicole Metzing. Die Kinder hätten am Anfang sehr viel Hemmungen gehabt, die Spieler anzusprechen. Doch das habe sich schnell gelegt. Basketballer von Hannover United waren bereits vor zwei Jahren an der Schule. Das Projekt wird vom Förderverein der Schule finanziert.

Von Rita Nandy

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