Musikserie vom „Yesterday“-Regisseur

Als Punk explodierte – Miniserie „Pistol“ von Danny Boyle bei Disney+

Rüttelten den Rock ’n’ Roll wach: die Sex Pistols (von links) L. Anson Boon als John Lyndon alias Johnny Rotten, Louis Partridge als Sid Vicious, Toby Wallace als Steve Jones, Jacob Slater als Paul Cook.

Rüttelten den Rock ’n’ Roll wach: die Sex Pistols (von links) L. Anson Boon als John Lyndon alias Johnny Rotten, Louis Partridge als Sid Vicious, Toby Wallace als Steve Jones, Jacob Slater als Paul Cook.

Die Sex Pistols loderten nur drei Jahre. Sie waren zwischen 1975 und 1978 ein hochgereckter Mittelfinger gegen das Establishment – in Musik. Mit ihrem Gossenratten-Chic und ruppiger Großmäuligkeit propagierten sie Schocksongs wie „Anarchy in the UK“, und bei ihnen reimte sich „fascist regime“ auf „God Save the Queen“. Bis heute sind sie die bekannteste Band des Punk(-rocks), der Mittsiebzigerjahre-Frischzellenkur des Rock ’n’ Roll mit seinen Anfängen in bewusstem Dilettantismus. Der gegen den Frickelrock und den Discoglitzer stand. Instrumente? Gut für Krach! „Ob du spielen kannst, ist kein Kriterium, Kriterium ist, ob du etwas mitzuteilen hast“, feixt Pistols-Guru Malcolm McLaren.

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Nach den Beatles (in dem charmanten Filmmärchen „Yesterday“) hat „Trainspotting“-Regisseur Danny Boyle zu den Sex Pistols gefunden. Die Punk-Ära aus der Sicht des 65-jährigen Briten ist irre wild und witzig. „Pistols“-Gitarrist Steve Jones (Toby Wallace) erzählt in der Miniserie „Pistol“ von seinen ikonischen Mitmusikern Johnny Rotten (Anson Boon) und – später dazugestoßen – Sid Vicious (Louis Partridge).

In der plakativen, zuweilen eigenwillige Schwerpunkte setzenden Story (eine Folge dreht sich um die Hintergründe eines Songs) erkennt man unzweifelhaft die Handschrift von Craig Pearce, der zuletzt für Baz Luhrmann das Drehbuch zu „Elvis“ schrieb – der Geschichte, wie der völlig unmusikalische Show-Zampano Colonel Tom Parker Karriere und Leben des wohl bedeutendsten Solokünstlers des Rock ’n’ Roll ruinierte.

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Vom No-Future-Ding zur Big-Money-Maschine

Nach dem Rücksturz in die Kindheit und die kleinkriminelle Jugend des Pistols-Gitarristen Jones dauert es nur sechs Folgen vom Aufstieg der Band bis dahin, wo alles schiefging und Rotten erkannte, dass aus dem No-Future-Ding eine Big-Money-Maschine geworden war.

Auch wenn der echte Rotten (bürgerlicher Name: John Lydon) gegen Boyles seiner Meinung nach „Märchenstunde“ anzugehen versuchte (in der Tat wirkt die Kombination Disney und Punk erst mal befremdlich) – für Musikfans ist der Sechsteiler überaus sehenswert. Thomas Brodie-Sangster, seit „Tatsächlich Liebe“ (2003) der ewige Junge des Kinos, spielt den Pistols-Manager Malcolm McLaren, den Tom Parker dieser Geschichte, mit perfekter Flamboyanz. Und „Game of Thrones“-Star Maisie Williams hat als Vivienne-Westwood Model Jordan einen unvergesslichen Auftritt. Die Musikszenen?

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„Pistol“, Miniserie, sechs Episoden, mit Toby Wallace, Anson Boon, Maisie Williams, Thomas Brodie-Sangster, streambar ab 28. September bei Disney+

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