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Drei Blondinen im Finale

Wie divers war das Diversity-Finale von „Germany‘s Next Topmodel“ wirklich?

Anita, Luca, Martina, Heidi Klum, Noella und Lou-Anne vor dem Finale von "Gerrmany's Next Topmodel".

Köln. Alle Größen, Figuren und Altersgruppen erlaubt: Mit dem Live-Finale in Köln ist am Donnerstagabend die bisher vielfältigste Staffel von „Germany‘s Next Topmodel“ zu Ende gegangen. Nach rund drei Stunden stand die 18-jährige Österreicherin Lou-Anne als Siegerin fest. Die 1,83 Meter große Blondine setzte sich gegen vier weitere Finalistinnen von Heidi Klums Castingshow durch.

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Auf Platz zwei landete die ebenfalls blonde Luca (20), Platz drei ging an Lou-Annes Mutter und „Best-Ager-Model“ Martina (50) - die wie ihre Tochter eine hellblonde Kurzhaarfrisur trägt. Jenseits des Siegertreppchens landeten die Berlinerin Noella (25, Platz vier) und Anita aus Neustadt an der Donau (21, Platz fünf). Der Personality-Award wurde diesmal an Kandidatin Sophie (19) vergeben.

„Ich gönne es ihr mehr als mir“, sagte die Drittplatzierte Martina nach der Entscheidung und sprach stolz über ihr „Mutterherz“. Sie sei sehr stolz auf ihre Tochter. „Ich habe alles bekommen, was ich wollte.“ In der letzten Sendung der Staffel mussten das Mutter-Tochter-Duo und seine Konkurrentinnen noch mehrere Walks und ein Fotoshooting bestreiten.

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Stargäste und Designer

Für jeden Walk stand dabei ein Designer oder eine Designerin Pate und stellte die Outfits zur Verfügung. So liefen die Kandidatinnen in Entwürfen von Jeremy Scott als opulente Möbelstücke über die Bühne und wurden von Marina Hoermanseder in eine bunte Buchstabensuppe verwandelt. Julien MacDonald stattete den Walk der Top 20 aus, der sich auf einer New Yorker Straßenkreuzung mitsamt gelben Taxen abspielte.

Als Stargäste waren in diesem Jahr die italienischen ESC-Gewinner Måneskin mit dabei. Den zweiten musikalischen Beitrag des Abends lieferte Klum gleich selbst: Unterstützt von ihrem Ehemann Tom Kaulitz sang sie „Chai Tea with Heidi“, den Titelsong der Staffel. Rapper Snoop Dogg, der den Song gemeinsam mit Klum aufgenommen hatte, wurde als Hologramm eingespielt. „Es tut mir leid, wenn's schief war und euch jetzt die Ohren wehtun“, sagte Klum nach der Performance. „Ich habe es versucht.“

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie konnten die Familien und Freunde der Kandidatinnen wieder live im Studio bei der Entscheidung mitfiebern - allerdings galt im Publikum eine Maskenpflicht. „Ich kann's nicht glauben“, sagte Gewinnerin Lou-Anne nach der Entscheidung. Sie habe immer noch das Gefühl, sich in einer Probe zu befinden und das eigentliche Finale noch vor sich zu haben.

Mit besonderem Fokus auf „Diversity“, also Vielfalt, war die ProSieben-Show in diesem Jahr in die 17. Staffel gestartet. Nachdem 2021 mit Alex Mariah Peter zum ersten Mal ein Transgender-Model gewonnen hatte, waren die Top 20 diesmal tatsächlich so unterschiedlich wie noch nie. Mit Martina schaffte es schließlich erstmals auch ein älteres Model ins Finale.

Kritik am Diversity-Konzept

In dieser Staffel habe es immer wieder Kritik an ihren Models gegeben, sagte Klum in der Sendung und erklärte, dass die Modebranche gerade erst dabei sei, sich zu ändern. „Liebe Kritiker, ich muss Sie enttäuschen: Wir machen genauso weiter wie bisher!“, rief die „Modelmama“ in die Kameras.

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Tatsächlich wurde in den vergangenen Wochen die alljährliche Kritik an der Sendung wieder lauter. Dabei stand auch das Diversity-Motto im Fokus - wobei Kritikpunkt in der Regel gar nicht die Teilnahme von Frauen war, die neue Modeltypen repräsentieren, sondern der Widerspruch zwischen dem neuen Image der Sendung und früheren Staffeln, in denen Klum und ihre Co-Juroren immer wieder kritisch bis abwertend über das Aussehen teils minderjähriger Models gesprochen hatten.

Diese Kehrtwende wurde auch während des Finales auf Twitter aufgegriffen. „hör auf damit so zu reden, als ob du diversity erfunden hast“, twitterte jemand. „Will GNTM gerade echt so tun, als würden sie die Welt retten und die Diversität fördern? Ja Heidi, du revolutionierst die Modelwelt. Vor paar Jahren war man mit 60kg noch zu fett“, lautete ein anderer Tweet.

Zuletzt hatten mehrere ehemalige Kandidatinnen sowie der Youtuber Rezo das Showkonzept und die Produktionsbedingungen in den sozialen Medien kritisiert.

RND/dpa

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